weather-image
19°
Bedenken zu "Peters Feld" abgewiesen / Wischnat: "Verantwortung liegt bei Gemeinde"

Trotz Protest: Politikändert F-Plan

Eilsen/Ahnsen (tw). Der Rat der Samtgemeinde unter Vorsitz von Heinz Grabbe (SPD) hat bei seiner Zusammenkunft im Heeßer Krug einstimmig, geräuschlos und binnen 35 Minuten die achte Änderung des Flächennutzungsplans (F-Plan) beschlossen; betroffen sind insgesamt acht Gebiete. Die Bedenken der Anwohnergemeinschaft aus Ahnsen, die gegen die Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet "Harrl" mit Hilfe von Anwälten zu Felde zieht (wir berichteten) werden von den Bürgervertretern nicht berücksichtigt - sie gelten als "nicht hinreichend schwer". Allein Friedrich Feick (CDU) enthält sich der Stimme.

Allerdings: "Die Entscheidung, ob Ahnsen einen B-Plan aufstellt, ,Peters Feld' also tatsächlich Wohngebiet wird, liegt allein in der Verantwortung der Gemeinde - sie kann, muss aber nicht", betont Eilsens Verwaltungschef Heinz Wischnat. Im Vorfeld des Votums fasst Landschaftsplaner Thomas Zerner (ILE-X, Bückeburg) die am 19. Januar 2006 eingegangenen Bedenken der Anwohner zusammen, stellt aber auch die Gegenargumente der Verwaltung dar. Die Anwohner machen - nach wie vor - vor allem drei Argumente geltend, die gegen eine Zurücknahme des Landschaftsschutzgebietes und den Bau von Wohnhäusern auf Peters Feld sprechen: Zum einen gebe es in Ahnsen diverse Freiflächen, deren Eigentümer einem Umwidmen in Bauland zustimmen würden; mit den Bauflächen auf Peters Feld würde dagegen eine Splittersiedlung geschaffen. Zum anderen würden die Freilandflächen am Nordhang des Harrls "intensiv" von Wild genutzt, das bis zu den Grundstückszäunen der Anwohnergemeinschaft komme. Last, but not least mache das Planungsvorhaben eine ruhige und landschaftsbezogene Erholung zunichte. Indes: Sowohl die Verwaltung als auch die Bürgervertreter lassen diese drei Argumente nicht gelten. Der einzige, der den Punkt Peters Feld während der Sitzung kommentiert, ist Ahnsens SPD-Fraktionschef Jürgen Schmökel, der sich aber dem anschließt, was die Verwaltung den Klägern entgegnet. Begründung: Auch bei den von der Anwohnergemeinschaft aufgezeigten Alternativen zum Decken des Baulandbedarfs müssten Grenzen der Landschaftsschutzgebiete (Harrl, Bückeburger Aue) zurückgenommen werden. Im Falle der im Westen des Sportzentrums gelegenen Flächen, die die Anwohner gleichfalls anbieten, würden Konflikte zwischen "Wohnen" und "Sport" entstehen. Stichwort "Wild": Die Schwerpunkte der Lebensräume besagter Tiere lägen "eindeutig" im Wald beziehungsweise am Waldrand des Harrls. Auch die Jägerschaft Schaumburg habe in diesem Punkt keine Bedenken geäußert, die die Argumente der Anwohner stützen könnten. Fazit: Auch aus Gründen des Wildschutzes bestehe kein Anlass, die Pläne aufzugeben. Nein sagen die Politiker aber auch zu dem dritten und letzten Einwand der Ahnser Anwohner, wenn diese behaupten, der Erholungseffekt auf ihren Grundstücken ginge im Falle des Aufstellens eines B-Planes verloren. Begründung: Die neuen Wohnbauflächen, im rechten Winkel zu den Häusern an der Theodor-Heuss-Straße ausgerichtet, würden die Ansprüche der Anwohner an Ruhe und Schallschutz in keiner Weise beeinträchtigen. Im übrigen könnten sieaus der Tatsache, dass ihre Häuser ans Landschaftsschutzgebiet grenzen, keinen (Rechts-)Anspruch auf Naturgenuss auf ihren Grundstücken ableiten.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare