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Bau- und Umweltausschuss berät Aufstellen des B-Plans / Erhebliche Bedenken der Anwohner

Trotz Bedenken: Grünes Licht fürs E-Center

Bückeburg (rc). Der Bau- und Umweltausschuss hat einstimmig dasöffentliche Auslegungsverfahren des Bebauungsplans Nr. 232 "Am Weinberg" beschlossen. Damit haben die geplante Umsiedlung des E-Centers von der Wilhelm-Raabe-Straße zum Weinberg und der Bau eines neuen Aldi-Marktes eine weitere Hürde genommen.

Im Ausschuss waren zuvor die vor allem von Anwohnern vorgetragenen Anregungen und Bedenken erörtert worden. Vor allem die Höhe der Lärmschutzwand, das Zerstören von Natur und das Beeinträchtigen ihrer Grundstücke hatten die Anwohner kritisiert. Teile der Kritik wurden in die Planempfehlungen eingearbeitet. Außerdem empfahl der Ausschuss einstimmig, dass in der Zeit von 22 bis 6 Uhr kein Anlieferverkehr erfolgen darf, damit die Anwohner nicht in ihrer Nachtruhe gestört werden. Mit dieser Anregung ging der Ausschuss sogar noch über die Empfehlungen des Bauamtes und die Anträge der Edeka als Investor hinaus. Wie Bauamtsleiter Karlheinz Soppe zuvor erläutert hatte, wird am Weinberg ein Einkaufszentrum mit neuem E-Center und neuem Aldi errichtet. Das E-Center soll eine Verkaufsfläche von 3080 Quadratmetern haben, der Aldi-Markt 830 Quadratmeter. Dazu kommen Shops mit einer maximalen Verkaufsfläche von 285 Quadratmetern. Verglichen mit der Summe an den Alt-Standorten beider Lebensmittler, ergebe sich eine zusätzliche Verkaufsfläche von zirka 145 Quadratmetern. Auch deshalb hätten die Regionalplaner des Landkreises und der Industrie- und Handelskammer keine Bedenken gegen die Umsiedlung erhoben. Nach intensiven Beratungen werde der neueStandort regionalplanerisch positiv beurteilt und als städtebaulich integriert gesehen. Die Stadt habe das Projekt städtebaulich nachvollziehbar begründet. Anders sehen das allerdings die Anwohner von Ballerstedtstraße und "Am Weinberg". Ihre Einwände: Der Umzug sei generell abzulehnen, da es bereits Überkapazitäten gebe und die Innenstadt weiter veröde. Es sei zu viel Verkehr zu befürchten, die Verhältnisse an der Wilhelm-Raabe-Straße seien keineswegs so beengt, wie von der Edeka dargestellt. Die Höhe der fast 120 Meter langen Lärmschutzwand mit teilweise 6,50 Metern sei zu hoch. Sie würde Grundstücke verschatten und das Ortsbild stören. Stattdessen sollte besser ein Wall errichtet werden, oder aber die Wandhöhe niedriger ausfallen. Bei den Lärmschutzgutachten müsste nachgebessert werden, eine angrenzende Fläche im Norden müsse so überplant werden, dass dort künftig nicht noch weitere Bauten möglich seien. Die Höhe des Gebäudes mit zwölf Metern sei zu hoch, Werbeanlagen müssten ebenfalls in der Höhe begrenzt werden. Anregungen, die die Verwaltung in ihren Stellungnahmen teilweise anders sieht. Andererseits wurden einige Anregungen eingearbeitet. Die Lärmschutzwand bleibt, wird aber im östlichen Bereich, wo ein kleines neues allgemeines Wohngebiet entsteht, auf fünf Meter abgesenkt. Dafür dürfen nicht die Schlafräume dort gebauter Häuser in Richtung Edeka weisen, sondern nur Nutzräume. An der Höhe des Gebäudes wird nichts geändert, wohl aber ein Bezugspunkt für die Geländehöhe festgelegt. Um nächtliches Beleuchten der Anwohnergärten zu verhindern, müssen die Parkplatzleuchten entsprechend in westliche Richtung scheinen. Erschlossen wird das Einkaufszentrum mit seinen insgesamt 280 Stellplätzen über einen Kreisel auf der Mindener Straße. Der Lkw-Zulieferverkehr erfolgt über eine eigene Einfahrt im westlichen Bereich, die Abfahrt hinter dem Gebäude herum über den Kreisel. Übrigens: Wie Soppe noch einmal betonte, werden die Kosten des gesamten Vorhabens vom Investor, der Edeka, getragen. Das sei in einem Vorhaben- und Entwicklungsplan festgelegt.

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