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Kreisjägermeister Jürgen Ziegler: „Derzeit nicht sinnvoll“ / Ziel der Jagd war die Dezimierung des Fuchsbestandes

Treibjagd bei Hachmühlen stößt auf Unverständnis

Bad Münder (jhr). Viel Schnee, darunter gefrorene Böden, darüber vielerorts ein stabiler Eispanzer – dieser Winter macht es für die Tiere in Wald und Feldflur nicht einfach. Sie müssen aufwändig nach Nahrung suchen, Flucht bedeutet für sie großen Stress und Energieverlust. Entsprechend verwundert reagierten gestern Münderaner auf die Schilder, die zwischen Bad Münder und Hachmühlen auf eine Treibjagd hinwiesen.

Hinweisschilder warnten gestern Autofahrer auf der B 442 vor aufgescheuchtem Wild.  Foto: jhr

„Wir gehen derzeit mit dem Hund nicht über Waldwege, um das Wild nicht aufzuscheuchen – und da treiben es Jäger sich bewusst vor die Flinte. Da stimmt doch was nicht“, sagt Steffi Westendorf. Auch bei Kreisjägermeister Jürgen Ziegler ruft diese Treibjagd Unverständnis hervor. Zwar habe er nach reiflicher Überlegung bewusst darauf verzichtet, die Notzeit für das Wild im Landkreis Hameln-Pyrmont auszurufen – eine Jagd, bei der das Wild auf die Läufe gebracht werde, hält er aber derzeit für „nicht sinnvoll“. „Das Ausrufen der Notzeit setzt eine strenge Schutzverordnung in Gang. Das heißt beispielsweise absolutes Jagdverbot, die Jäger müssen das Wild füttern“, erklärt Ziegler. Derzeit sei die Situation allerdings noch nicht so schlimm, dass gefüttert werden müsse. Auch in der Ansitzjagd, beispielsweise zur Dezimierung der großen Wildschweinbestände am Süntel, sieht er keine Probleme – im Gegensatz zur Treibjagd.

Teilnehmer der gestrigen Treibjagd rechtfertigten sich damit, dass es darum gegangen sei, die große Zahl der Füchse im bejagten Bereich zu verringern. Zu Beginn der Jagd sei darauf hingewiesen worden, dass auf Rehwild besondere Rücksicht genommen werden sollte.

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