weather-image
19°
Münderscher Amphibien-Schützer Michael Exner sieht wenig Hoffnung auf Warnschilder

Tote Kröten auch auf Böbbers Straßen

Böbber (st). Gleich vier tote Kröten hat Monika Lüdtke gestern Morgen Am Mühlensiek in Böbber gefunden. Momentan fände sie des Öfteren tote Amphibien, die durch den kleinen Ort hüpfen wollen, sagt Lüdtke. „Hier gibt es viele Gartenteiche, da sind natürlich viele Frösche, Kröten und auch Lurche unterwegs.“ Häufig stellt Lüdtke fest, dass Autofahrer, die durch den Ort fahren, selbst große Kröten gar nicht sehen und sie einfach überfahren. „Ich kann das nicht verstehen. Die sitzen Mitten auf der Straße, die sieht man doch.“ Da sie aber selbst weiß, dass nicht alle Autofahrer so achtsam sind wie sie, wünscht sich Lüdtke Hinweisschilder, die die Verkehrsteilnehmer auf die kleinen Hüpfer aufmerksam machen.

Michael Exner und Monika Lüdtke mit zwei Kröten, die die Tierfre

Michael Exner aus Bad Münder, Amphibien-Schützer und tatkräftiger Unterstützer des Naturschutzbundes (Nabu), kennt das Problem nur zu gut. „Es gibt einige Stellen, da kreuzen Hunderte von Amphibien die Straße.“ Ein neuralgischer Punkt ist die Rahlmühler Straße zwischen der Kernstadt und Hamelspringe. „Wenn hier morgens 20 Tiere platt auf der Straße liegen, ist davon auszugehen, dass nachts über hundert totgefarhen worden sind. Der Rest ist von Krähen oder anderen Aasfressern bereits verspeist worden“, so Exner.

Der Experte weiß, dass viele Autofahrer die Kröten nicht sehen, weil sie nicht sensibilisiert sind. „Man muss die Leute einfach immer an die Hand nehmen und sie mit der Nase auf das Problem stoßen.“ Hinweisschilder könnten schon einen gewissen Nutzen haben, denkt auch der Amphibien-Freund. Er ist aber skeptisch, ob die Stadt für Böbber solche Schilder zur Verfügung stellen würde.

Harald Meyer-Achilles vom Umweltamt der Stadt sagt, man müsse darüber nachdenken, wenn es dort gehäuft zu Krötenwanderungen käme. Hinweise von Anwohnern würde man prüfen. Grundsätzlich mache es Sinn, eine solche Aktion gemeinsam mit dem Nabu zu organisieren. „Der Nabu hat den Schutz der Amphibien supergut organisiert“, so Meyer-Achilles.

Amphibienzäune könnten in diesem Bereich laut Exner nicht errichtet werden. Zudem würde es an freiwilligen Helfern fehlen, die die Zäune regelmäßig abgehen und sich dann um die Tiere kümmern, die zurückgehalten wurden. Meyer-Achilles ist nicht sicher, ob allein die Schilder ausreichen würden, um die Kröten zu schützen – Kostenpunkt für zwei Schilder: rund 400 Euro.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare