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Niedernwöhrener Grünen-Fraktion sieht Benachteiligung von Frauen

Top-Ergebnis, aber Sitz verloren

Samtgemeinde Niedernwöhren (gus). Die Besetzung des Samtgemeindeausschusses der Samtgemeinde Niedernwöhren seitens der CDU-Fraktion hat bei den Grünen Verwunderung ausgelöst. Diese stört, dass Nordsehls Bürgermeisterin Hanna Mensching-Buhr dem Gremium nicht angehört.

„Mit Erstaunen hat die Fraktion der Grünen in der Samtgemeinde Niedernwöhren die Besetzung des Samtgemeindeausschusses verfolgt“, teilen die Grünen in einer Pressenotiz mit. Während bei der SPD das beste Wahlergebnis von Sabine Druschke mit knapp 900 Stimmen zu einem Sitz in dem wichtigen Gremium geführt habe, müsse Mensching-Buhr, obwohl sie mit mehr als 500 Stimmen ebenfalls das beste Ergebnis innerhalb ihrer Liste eingefahren hatte, den Sitz im Samtgemeindeausschuss räumen.

Stattdessen zog Friedrich Wilharm (CDU) wieder in den Ausschuss ein, der die Ratsbeschlüsse intern vorbereiten soll. Wilharm hatte seinen Sitz nach der Kommunalwahl 2006 abgegeben, Mensching-Buhr zog daraufhin ein. Diese möchte den Vorgang nicht kommentieren. „Das wurde in der Fraktion demokratisch abgestimmt“, so Mensching-Buhr. Den Samtgemeindeausschuss bilden Verwaltungschef Fritz Anke, Druschke, Gerd Wischhöfer, Dieter Kappmeier, Thomas Bachmann (SPD), Ernst Führing und Friedrich Wilharm (CDU).

Doch auch an den Sozialdemokraten üben die Grünen Kritik: Bei der Aufstellung der Fraktionsstrukturen zeigten beide Parteien, wie wenig sie ihre Leistungsträgerinnen zum Zuge kommen ließen. „Denn sowohl bei SPD wie auch bei CDU bekleiden die beiden erfolgreichen Politikerinnen Druschke und Mensching-Buhr keine angemessenen Führungsämter innerhalb der Fraktionen und im Rat“, lautet die Pressemitteilung.

Es sei verwunderlich, dass sich die beeindruckenden Stimmzahlen dieser Politikerinnen nicht in entsprechenden Ämtern widerspiegeln. Es seien Parteikollegen mit deutlich schlechteren Wahlergebnissen „nach vorn gesetzt“ worden, kommentieren die Grünen die Tatsache, dass Druschke nicht anstelle Kappmeiers den Ratsvorsitz bekommen hat.

Druschke ist jedoch mit der Postenvergabe zufrieden. Sie sei schließlich zur stellvertretenden Samtgemeindebürgermeisterin gewählt worden. Hinzu komme der Sitz im Samtgemeindeausschuss. Die Grünen kritisieren dennoch die Postenvergabe.

„Dieses Gebaren macht deutlich, welchen Aufholbedarf wir hier in der Samtgemeinde bei der Frage nach gleichen Chancen von Männern und Frauen haben“, so Friedrich Eickmann. Er sei gespannt, ob bei „einer solchen nicht-leistungsbezogenen Mentalität“ Frauen beim anstehenden Generationswechsel in der Verwaltung eine reelle Chance auf einen der besser dotierten Plätze haben. „Oder ob es doch wieder, wie bisher, mit einer Abspeisung bei den unteren Posten vonstattengehen wird.“

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