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Trio "Vollmund" verleiht der Nachtausgabe besondere Reize / Mysterium Mann: Seltsame Größenvergleiche am Pissoir

Tiefe Einblicke in Kavaliere, Narzisten und Jammerlappen

Bückeburg (dis). Unter dem Motto "Wir Männer sind schon der Liebe wert" hat das Trio "Vollmund" bei der jüngsten von Landes-Zeitung und Volksbank in Schaumburg veranstalteten "Nachtausgabe" in der - ausverkauften - Schalterhalle des Kreditinstituts in Windeseile die Gunst des Publikums erobert.

Schauspieler Micki Bertling, Tenor Michael Senzing und Pianist Wolfgang Nieß präsentierten mit viel Witz und Showtalent eine musikalische Revue, bei der sich die Zuhörer an drollig bis schmachtend gebrachten Film- und Schlagerklängen aus den 20ern, 30ern und 40ern laben konnten und das gern taten! Dem Thema des Abends entsprechend, schmetterte der häufig von Bertlings Bariton unerstützte Sänger freche und schmalzige Lieder, die sich ausschließlich um das starke und das schwache Geschlecht drehten. Da wurden in höchsten Tönen schwelgend rote Rosen verschenkt, im Dunkeln geküsst, die Seniora an die Nacht erinnert, Madame die Hand geküsst und klangvoll darauf aufmerksam gemacht, dass das Studium der Männer schwer ist. Die Crew pointierte, persiflierten und aktualisierte das Genre trendgemäß, wirkte witzig und originell. Durch ungewöhnliche Noten-Verpackung entlockten die Künstler den Hits von gestern sogar ganz neue Reize. Tipps und Gebrauchsanweisungen für das "Mysterium Mann", flotte Sprüche und köstliche Verwandlungsstudien in Kavaliere, Suchtkerle, Narzisten, Jammerlappen und Feiglinge gab´s gratis dazu. Adam stellt, wie man vernahm, ein Wesen dar, dessen zehn wichtigste Zonen im erogenen Bereich anzutreffen sind und dessen archaische Triebe ihn beim Fußball grölen lassen, der außerdem davon träumt, neben einer Schlagbohrmaschine im Baumarkt sein Leben auszuhauchen, und den das Pissoir zu seltsamen Größenvergleichen veranlasst. Im Gegensatz zu Eva, deren Hobby ausschließlich der Mann ist, pflegt dieser mit Akribie ein richtiges Hobby. "DieKrone der Schöpfung, der Nabel der Welt, der Mittelpunkt des Universums", kurzum: das männliche Geschlecht, ist das nun wirklich Letzte, auf das Frau verzichten möchte, schickte das gut gelaunte Team zum Schluss ganz "bescheiden" mit auf den Heimweg. Den Damen im Saal bereitete die spielfreudige Gruppeübrigens genauso viel Spaß wie den zahlenmäßig deutlich unterlegenen Herren.

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