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Kindergärten: Beirat und Fachausschuss haben keine Einwände gegen Haushaltsansätze für 2009

Tendenz: Hälfte legt die Gemeinde drauf

Auetal (rnk). Dass die von Bürgermeister Thomas Priemer gern erwähnte Kinderfreundlichkeit der Gemeinden ihren Preis hat, ist stets kurz vor Weihnachten sichtbar: Dann wird im Beirat für Kindergärten und danach im Jugend- und Sozialausschuss der Haushaltsansatz für die Kindergärten beraten - für die Gemeinde ein Postenhoher Kosten. Angestrebt, so Priemer, werde generell ein Deckungsgrad von 50 Prozent.

Hier gehen nicht die Lichter aus. Ganz im Gegenteil, denn das Ki

So stehen im Ansatz für 2009 für den Kindergarten Escher 15000 Euro Benutzungsgebühren an Einnahmen, zu denen noch 19 700 Euro als Zuweisungen vom Land kommen, während auf der Ausgabenseite 79 000 Euro angesetzt sind. Bleibt ein Minus von 44 300 Euro, das die Gemeinde trägt. Deutlich höher fällt der Zuschuss in Rehren und Rolfshagen aus. Die Personalkosten werden deutlich steigen, im letzten Jahr betrug das Ergebnis der Jahresabrechnung 170 000 Euro, für 2008 waren 209 000 Euro angesetzt, für das kommende Jahr sind es 226 000 Euro - da schlagen die Kosten für die in diesem Jahr eingeführte Sechs-Stunden-Gruppe durch, erläuterte Priemer. 122 000 Euro muss die Gemeinde unter dem Strich zuschießen, eine Steigerung von 11 000 Euro gegenüber dem Abrechnungsergebnis von 2007. Heftige Schwankungen bei den realen und angesetzten Einnahmen sind auch in Rolfshagen zu verzeichnen. Fast 130 000 Euro wurden 2007 eingenommen, für 2008 betrug der Ansatz 101 000 Euro, für 2009 hat die Verwaltung 117 000 Euro angesetzt - Schwankungen, die durch das beitragsfreie Kindergartenjahr zu erklären seien, sagte Priemer. Bei niedrigen Einnahmen würden dafür dann die Zuweisungen des Landes höher ausfallen. Der Zuschussbedarf für den Kindergarten Rolfshagen liegt 2009 bei 261 000 Euro, fast 30 000 Euro mehr als 2007. Die Ausgabensumme für das kommende Jahr liegt kalkulierte 500 Euro unter der halben Million. In Hattendorf stehen 38 300 Euro an Gebühren und Zuweisungen für 2009 80 000 Euro Ausgaben gegenüber, der Zuschuss beträgt 42 000 Euro. Generell war Priemer keineswegs unzufrieden damit, wie sich die Gemeinde im Kindergartenbereich aufgestellt hat. Wer ins Auetal ziehe, etwa in den Bereich Rehren, könne wählen, ob er sein Kind in Rehren, Escher oder Hattendorf betreuen lassen will- Möglichkeiten, die Neubürger im Bereich Hannover nicht immer vorfänden. Daher sei es auch kein Beinbruch, wenn nicht alle Plätze in einer Gruppe in Anspruch genommen würden: "Mit einem Auslastungsgrad von 95Prozent kann ich gut leben. Es ist nicht schädlich, ein paar freie Plätze zu haben." Kurz, aber deutlich nahm Priemer Stellung zum geplanten Kinderförderungsgesetz für U-3-Kinder in Tageseinrichtungen. Für jedes dritte Kind in Deutschland unter drei Jahren soll es in Zukunft einen Krippen- oder Tagespflegeplatz geben. Dieses Ziel will die Bundesregierung bis zum Jahr 2013 erreichen. Im Zentrum des Kinderförderungsgesetzes steht der Ausbau des Betreuungsangebots für die Unter-Dreijährigen. Hier liege der Bedarf bei 35 Prozent, so Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei der Vorstellung des Gesetzentwurfes im April. Derzeit gebe es jedoch gerade im Westen Deutschlands lediglich für 9,9 Prozent der Kleinkinder einen Krippen-oder Kitaplatz. Im Auetal, so Priemer, sei man deutlich weiter, er schätze den Anteil hier auf 20 bis 25 Prozent. Das Problem sah Priemer darin, dass sich das Land zwar an den Investitionskosten, aber nicht an den Betriebskosten der Plätze beteiligen wolle, die vor dem 18. Oktober 2007 entstandenseien. Für Priemer ist das ein Unding: Wer schon früh Plätze schafft, wird bestraft, wer so lange wartet, bis das Gesetz ihn zwingt, soll belohnt werden.

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