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Tempolimit vor Kitas in Nienstedt und Flegessen ausgebremst

FLEGESSEN/NIENSTEDT. Die Hoffnung war groß, als im vergangenen Jahr Geschwindigkeitsbegrenzungen an Hauptstraßen vereinfacht wurden. Tempo 30 vor Kitas und Schulen – das fordern die Ortsbürgermeister seit Jahren. Das Gesetz wurde im Dezember verabschiedet – profitiert haben Nienstedt und Flegessen davon noch nicht.

Tempolimit in Flegessen? Dabei hilft die Gesetzesnovelle nicht - die Kita liegt nicht direkt an der Hauptstraße.
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Flegessens Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak geht inzwischen davon aus, dass die Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erlaubt bleibt. „Es wird in Flegessen kein Tempo 30 vor der Grundschule geben“, sagt er mit Verweis auf den Gesetzestext. Der entsprechende Paragraf der Straßenverkehrsordnung erlaubt eine Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts an Hauptverkehrsstraßen nur an dokumentierten Gefahrenstellen und in unmittelbarer Nähe von Schulen oder Kitas, die an einer solchen Straße liegen. Demnach sei ein direkter Zugang von einer Kita oder einer Schule zu der Hauptverkehrsstraße nötig, um die Tempo-Verschärfung zu rechtfertigen. Das ist aber in Flegessen nicht der Fall, Kita und Schule sind nicht direkt von der Kreisstraße aus zugänglich. „Die Kinder gehen über den Lohfeldweg auf das Schulgelände“, erklärt Olejniczak.

Problematisch bleibt der Weg aber dennoch, denn Grundschüler aus anderen Ortsteilen müssen dort zu der Bushaltestelle und je nach Fahrtrichtung die Straße überqueren. Die Bushaltestelle liegt wenige Meter dahinter. „Dafür brauchen wir eine Regelung“, pocht Olejniczak nun auf Alternativen, die er vor Ort mit den zuständigen Behördern erörtern möchte. „Einen Erlass am grünen Tisch werde ich nicht akzeptieren.“ Auf Anfrage der Neuen Deister-Zeitung bestätigte der Landkreis die Ansicht von Olejniczak. Anträge für Flegessen liegen zwar vor, sie betreffen nach Auskunft der Straßenverkehrsbehörde aber nicht die aktuell geänderten Gesetze. Ein Tempo-30-Bereich vor Bildungseinrichtungen wurde nach Auskunft der Mitarbeiter jüngst in Aerzen und Groß-Berkel eingerichtet. Entschieden werde im Einzelfall und immer erst nach Ortsterminen zu den relevanten Zeiten.

In Flegessen wären breite Farbbalken auf der Straße zur Verkehrsberuhigung möglich, glaubt Olejniczak: „Das hoppelt dann ein bisschen.“ Er hofft, dass Autofahrer dann früher bremsen. Außerdem fordert er besser sichtbare Schilder, die auf den Schulweg hinweisen. „Wir in Flegessen haben nur die kleinen dreieckigen, in Nienstedt stehen die größeren schon.“

Im vergangenen Jahr wurde in Flegessen am Ortseingang ein Geschwindigkeitsmessgerät installiert. Das Geräte registrierte damals Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit jenseits der 100 Stundenkilometer und eine Vielzahl von Fahrern, die mit Tempo 70 am Schild vorbeifuhren (wir berichteten). Genug Gründe für Olejniczak, weiter auf eine Verkehrsberuhigung zu hoffen.

In Nienstedt ist man nach Auskunft von Karl-Wilhelm Baule auch noch nicht weiter. „Ich warte noch auf Auskunft von der Stadt.“ Nach der jüngsten Ortsratssitzung im März hatte Nienstedts Ortsbürgermeister den Antrag auf Tempo 30 an die Stadt weitergegeben. Eine Antwort stehe aber noch aus.

Der Parteikollege von Olejniczak will oberhalb der Kita, an der Lauenauer Straße, am liebsten ein zeitlich begrenztes Tempolimit – während der Betreuungszeiten der Kita. „Den ganzen Tag über ist ja Blödsinn, das muss ja nicht sein.“

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