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Wildtaubenplage in der Stadthäger Altstadt: Vögel beschmutzen Fassaden und Dachrinnen

Tauben füttern verboten - es gibt zu viele

Stadthagen (sk). Rund um den Marktplatz in Stadthagen bereitet die große Zahl der Wildtauben den Hausbesitzern zunehmend Ärger. Die Tiere koten die Dachrinnen zu und verunreinigen die Hausfassaden. Viele sprechen bereits von einer regelrechten Taubenplage.

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Der Spatz in der Hand ist vielen Leuten lieber als die Taube auf dem Dach. Das dürfte in besonderem Maße auf Hausbesitzer am Marktplatz zutreffen. Denn dort verschmutzen unzählige Tauben seit einiger Zeit in verstärktem Maße nicht nur Fassaden, sondern verstopfen mit ihrem Kot die Dachrinnen und verhindern das Abfließen des Regenwassers. Die Hausbesitzer, die angehalten sind, die Regenrinnen sauber und funktionsfähig zu halten, beschweren sich laut Ordnungsamtsleiter Edwin Schmidt ihrerseits bei der Stadtverwaltung über die gefiederten Verursacher der Verschmutzungen. Die Stadt will nun zumindest dafür sorgen, dass die Taubenpopulation aufgrund eines reichhaltigen Nahrungsangebots nicht weiter wächst. Schmidt weist nämlich ausdrücklich daraufhin, dass das Füttern der Wildtauben eine Ordnungswidrigkeit darstellt. So ist es - neu gefasst seit 2006 - im Paragraphen 4 der städtischen Verordnung über die öffentliche Sicherheit und Ordnung festgelegt. Mitarbeiter der Stadtwache sollen verstärkt Taubenfütterer auf deren ordnungswidriges und nur auf den ersten Blick tierfreundliches Verhalten ansprechen. Wie Tiere in der freien Natur reagieren die Stadttauben auf ein Nahrungsüberangebot mit hoher Nachkommenzahl. Die Tauben legen mehr Eier, brüten öfter, ziehen mehr Jungtiere groß. Dies erfolgt bei steigender Population in immer größerer räumlicher Dichte, was zu schnellerem Übertragen von Krankheiten und Parasiten führt. Darauf wies jetzt das Kreisveterinäramt hin. Die Stadtverwaltung würde sich nicht nur über darüber freuen, wenn das direkte Füttern der Tauben ein Ende hätte. Auch eine weitere lu krative Futterquelle für die Tiere soll möglichst versiegen: Tritt ein Hochzeitspaar nach der standesamtlichen Trauung auf den Marktplatz hinaus, wird es oft - einem alten Brauch folgend - von wartenden Freunden und Verwandten mit Reis beworfen. Hat die Hochzeitsgesellschaft die Szene verlassen, stürzen sich die Tauben in Scharen auf den Körnersegen auf dem Pflaster. Schmidt empfiehlt, Blütenblätter statt Taubenfutter auf die Frischvermählten regnen zu lassen.

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