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12 000 Fans feiern Peter Maffay in Hannover / „Freunde, es ist schön bei euch“

„Tattoos“ – prägende Erinnerungen an eine 40-jährige Karriere

„Sie nannten ihn den Steppenwolf, er wirkte wüst und wild - dabei war nur sein Lebensdrang nach Freiheit noch nicht gestillt“, singt Peter Maffay zu Beginn seines Konzertes auf einer B-Stage. Ganz allein sitzt er da mit seiner Gitarre, als gebe er ein Club-Konzert in fast intimer Atmosphäre. Enttäuscht ist aber keiner der 12 000, dass ihr Peter diesmal nicht einen ganz so spektakulären Opener wie sonst ausgewählt hat.

Peter Maffay – Aushängeschild für gradlinigen Deutschrock.

„Steppenwolf“ ist sicher einer seiner persönlichsten Songs, streifte er mit dem gleichnamigen Album 1979 erfolgreich sein Schlager-Image ab. In „Born To Be Wild“- Manier platzierte er ab 1979 jedes Studio-Album unter die Top 10 der deutschen Albumcharts, 14 davon auf Platz 1 – damit gehört der gebürtige Rumäne zu den erfolgreichsten deutschen Musikern aller Zeiten.

Wenige Minuten später brettert der 61-Jährige mit einer Harley Davidson auf die Bühne – donnernder Beginn einer fast dreistündigen schweißtreibenden Show.

„Sonne in der Nacht“, „Kein Weg zu weit“ – Rudelführer Maffay hetzt mit seiner Meute durch eine beispiellose musikalische Laufbahn. Da werden dann auch Songs wie „Und es war Sommer“, „Josie“ und natürlich sein erster Millionenseller „Du“ zu neuem Leben erweckt.

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Auf einer Leinwand im hinteren Bühnenbereich erscheint eine aufgeblätterte „Bravo“ – Maffay im orangefarbenen Ganzkörperkondom mit Plateausohlen – der Sänger nimmt es mit viel Selbstironie.

Sein aktuelles Album „Tattoos“ steht für die prägenden Erinnerungen seiner 40jährigen Karriere – an musikalische Stationen, die er unter anderem in „Steppenwolf“, „Begegnungen“ und den „Tabaluga“-Alben Revue passieren ließ.

Viele Hits werden vom 35-köpfigen „Philharmonic Volkswagen Orchestra“ begleitet – so auch der Song „Meine Musik“, den man sicher als eine Liebeserklärung an seinen Beruf deuten kann.

Maffay zieht es mit den Musikern wieder auf die kleine B-Stage. Der Rhythmus wird mit dem Fuß geklopft, Peter Keller zupft die Klampfe, während Chris Kramer mit seiner Mundharmonika bluesige Akzente setzt. Dass Maffay kein gewachsener Blueser ist, hat er schon in vielen Interviews verdeutlicht, doch zehre auch er von diesen Einflüssen.

Danach gibt’s ordentlich was auf die Lauscher, denn jetzt dürfen seine Musiker an die Front. Pascal Kravetz röhrt „Addicted To Love“ in die Arena, der baumlange Carl Carlton lässt es zusammen mit seinen Bandkollegen bei Golden Earings „Radar Love“ ordentlich krachen, während sich Drummer Bertram Engel Elton John’s „Saturday Night’s Alright (For Fighting)“ für seinen Solopart ausgesucht hat.

Die Band spielt aus einem Guss, demonstriert beeindruckend, dass sie schon seit Jahren Maffays musikalisches Rückgrat bildet. Der Chef kann einmal mehr stolz auf sein Flaggschiff sein, das mit den Gitarristen Carl Carlton, Pascal Kravetz, Peter Keller, Bassist Ken Taylor, Keyboarder Jean-Jaques Kravetz und Drummer Bertram Engel weiter auf höchstem Niveau über die deutschen Bühnen schippert.

Nach fast drei Stunden noch die „Tabaluga“-Zugabe „Nessaja“, die den Schlussakkord unter einen grandiosen Konzertabend setzt.

Auch wenn Peter Maffay schon 61 Lenze auf dem Buckel hat - wenn es um die Musik geht, möchte er wohl „nie erwachsen sein“.

Wegen der großen Ticket-Nachfrage wird Peter Maffay & Band, zusammen mit dem „Philharmonic Volkswagen Orchestra“ um 20 Uhr ein Zusatzkonzert am 24. Mai 2011 in der TUI Arena geben.

Karten ab sofort: NDZ 05041/78910

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