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Andrea Schrader betreut drei Kinder

Tagesmütter gesucht: „Bedarf steigt ständig“

Bad Münder/Beber (st). Morgens klingelt früh der Wecker bei Andrea Schrader in Beber. Bereits um 6.15 Uhr muss sie wochentags in Nienstedt sein. Dort warten Naomi (8) und ihr kleiner Bruder Lennox (3) bereits auf die 40-Jährige, die ihnen Frühstück macht, Naomi in den Schulbus steckt und Lennox in den Kindergarten bringt. Andrea Schrader ist Tagesmutter und betreut die beiden, bis deren berufstätige Mutter am späten Nachmittag von der Arbeit kommt. In Bad Münder gehört Schrader zu einer gesuchten Spezies. Tagesmütter sind nach Auskunft des Familienbüros sehr gefragt.

Andrea Schrader hat viel Spaß mit ihren Tageskindern Jamie (8),

„Zurzeit gibt es 12 Tagesmütter, die über das Familienbüro vermittelt werden“, sagt Mitarbeiter Uwe Hochgreve. Es würden zwar zurzeit „nur“ 14 Kinder betreut, trotzdem gebe es gerade in der Kernstadt einen stetig steigenden Bedarf. „Immer mehr Mütter müssen arbeiten, da ein Einkommen oft nicht ausreicht“, so Hochgreve. Kindertagesstätten oder Krippen könnten die Betreuung oft nicht flexibel genug anbieten. „Gerade in den Randzeiten früh morgens oder am Nachmittag gibt es Probleme.“

Andrea Schrader geht da ganz nach den Wünschen der Eltern. Wenn ihre Schützlinge – neben Naomi und Lennox gehört die achtjährige Jamie dazu – Schulschluss haben, dann setzt sich die Tagesmutter in ihr Auto und holt die drei ab. Zu Hause angekommen gibt es Mittagessen, dann werden Hausaufgaben gemacht. Am Nachmittag bietet Scharder ein buntes Beschäftigungsprogramm vom Spazierengehen über Kuchenbacken bis zum Schwimmbadbesuch.

Familiärer Rahmen bei der Tagesmutter

„Bei einer Tagesmutter sind die Kinder in einem familiäreren Rahmen aufgehoben als in einer Betreuungs-Einrichtung“, sagt Hochgreve. Zudem würde sich mit den Kleinen meist intensiver beschäftigt. Das ist schön für den Moment, aber sowohl für Tagesmutter wie auch für die Kinder nicht einfach, wenn der Abschied naht. Denn eine Tagesmutter hat man nicht für ewig. „Das ist schon schwer, die Kinder ziehen zu lassen, wenn man sich so an sie gewöhnt hat“, weiß Schrader – erst seit einem Jahr dabei – schon aus eigener Erfahrung. In bestimmten Fällen, in denen die Eltern sich keine Tagesmutter leisten können, übernimmt der Landkreis die Kosten von drei Euro pro Stunde und Kind. Damit ist aber ab dem 14. Lebensjahr Schluss. „Die drei haben schon gerechnet, wie lange sie noch bleiben können“, so Schrader.

Sie selbst hat zwei eigene Kinder und freut sich, zu Hause bei ihnen seien zu können und trotzdem einer Tätigkeit nachgehen zu können, die ihr am Herzen liegt. Ohne das Gehalt ihres Lebensgefährten allerdings wäre es ihr nicht möglich, den Lebensunterhalt zu bestreiten. „Von den rund 800 Euro, die ich am Ende des Monats habe, muss ich allein 140 Euro für die Krankenkasse zahlen“, so Schrader. Dass man von dem Gehalt als Tagesmutter allein nicht leben kann, weiß auch Hochgreve. „Häufig kommen Tagesmütter aus einem Erziehungsberuf, haben selbst gerade kleine Kinder und sind sowieso zu Hause.“ Interessierte können sich unter 05042/ 943217 melden.

Andrea Schrader hat viel Spaß mit ihren drei Tageskindern Jamie (8), Lennox (3) und Naomi (8, v.l.n.r.) Bei der Tagesmutter gibt es Mittagessen und am Nachmittag ein buntes Unterhaltungsprogramm. Foto: st

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