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Ministerium soll Doktorarbeit finanzieren /ÖSSM: "Doktorarbeit reicht nicht" - Aussagen von Surfern kritisiert

Studieüber Gästezahlen am Steinhuder Meer angeregt

Steinhuder Meer (roc). Eine wissenschaftlich fundierte Studie, die den Verdienstausfall in der Meerregion auf Grund des Winterfahrverbotes feststellt, regt Willi Rehbock, Geschäftsführer der Steinhuder Meer Tourismus GmbH, an.

Zum Beispiel könnte das Wirtschaftsministerium, das ebenfalls an konkreten Zahlen interessiert sein müsste, eine Doktorarbeit finanzieren, sagt Rehbock. Das Ministerium ist - wie das Umweltministerium - für die vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz erarbeitete Steinhuder-Meer-Verordnung zuständig, die am 1. April in Kraft treten soll. Der Anlass für seinen Vorschlag: Rehbock hatte gemeinsam mit Michael Bibow, Geschäftsführer des Verkehrsvereins Mardorf, Zahlen vorgelegt, die allerdings von den Naturschützern bezweifelt worden waren. Das Fahrverbot vom 1. November bis 31. März und die damit verbundene geringe Attraktivität koste die Tourismusbranche etwa 50 000Übernachtungen, haben die beiden hochgerechnet. 50 Euro pro Besucher als tägliche Ausgabe zugrunde gelegt, ergebe sich allein bei den Mehrtagesgästen ein Verdienstausfall von 2,5 Millionen Euro. Rehbock hofft nun auf Zahlen, "denen kein Stallgeruch anhaftet", da sie nicht von Tourismusfachleutenstammen. Dass ihnen unterstellt wurde, die Zahlen seien geschönt, enttäuscht die Tourismusmanager zusätzlich. "Die von den Tourismusvertretern Michael Bibow und Willi Rehbock errechneten Zahlen, nach denen dem Tourismus durch das Winterbefahrensverbot jährlich 2,5 Millionen Euro verloren gingen, wird von der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) bezweifelt", heißt es in einer ÖSSM-Stellungnahme. "Auffallend ist, dass wir ähnliche Zahlen schon mehrfach gehört haben", sagt Karl-Heinz Garberding, Leiter der ÖSSM. "Damals waren die Verschlammung des Sees, der niedrige Wasserstand oder die Wasserpest die Gründe." Die ÖSSM unterstütze die Forderung Rehbocks nach einer Untersuchung durch unabhängige Fachleute. Eine Doktorarbeit indes reiche dafür nicht aus. Auch die von den Surfern vorgebrachte Behauptung, an anderen Seen sei kein Winterfahrverbot nötig, um den Schutz gefährdeter Vögel zu gewährleisten, stimme nicht, erklärt Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM: "Beispielsweise am Dümmer, am Alfsee bei Osnabrück, am Kemnader Ruhrstausee, am Halterner Stausee und vielen anderen Gewässern mehr, ist der Surfsport im Winter zum Schutz der Zugvögel ebenfalls untersagt."

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