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Etat stark durch Kosten für Altersteilzeiten strapaziert / Langfristig weniger Defizit im Auge

"Strenger Personalkurs" der Volkshochschule

Landkreis (jl). Der Posten Personalausgaben ist eine der wichtigsten Stellschrauben im Wirtschaftsplan der Volkshochschule. Zurzeit ist sie wegen besonderer Belastungen recht weit aufgedreht. In wenigen Jahren wird das anders aussehen, wie in der Sitzung des Beirates deutlich wurde.

Zu entscheiden hatte der Beiratüber den Wirtschaftsplan 2009. In diesem wird der Jahresfehlbedarf in Höhe von 613 400 im laufenden Geschäftsjahr auf 631 000 Euro im kommenden Jahr ansteigen. Laut Finanzplanung wird das Minus noch einmal im Jahr 2010 auf 657 100 Euro steigen. Von da an sinken die Werte -auf geplante 450 000 Euro im Jahr 2012. Als Hauptursache für die hohen Defizite führten Dezernent Klaus Heimann und VHS-Leiterin Undine Rosenwald-Metz Rückstellungen für die Altersteilzeit von mehreren Mitarbeitern an. Langfristig werde es weniger Defizit geben. "Da wollen wir hin", deutete Heimann mit Verweis auf die Finanzplanung für 2012 an. Da stehen als Personalausgaben 673 000 Euro im Plan, während es für das aktuelle Haushaltsjahr knapp 1,2 Millionen sind. Auf mehrfache Nachfragen aus demüberwiegend mit Kreistagspolitikern besetzten Beirat, ob bis 2012 Entlassungen geplant sind, machte Heimann klar, dass der Landkreis bei der VHS einen "strengen Personalkurs" fährt. Bei jeder freiwerdenden Stelle werde überlegt "müssen wir besetzen oder können wir einsparen". Die VHS -auch dasgeht aus der Finanzplanung hervor - drosselt ihre Aktivität in besonders kostenträchtigen Sparten. Als erstes trifft dies Studienfahrten. So etwas wird jetzt nur in Zusammenarbeit mit anderen VHS angeboten. Um das bei einer Einrichtung dieser Art scheinbar unvermeidliche chronische Defizit so gering wie möglich zu halten, geht die VHS seit ein paar Jahren neue Wege, indem sie Aufträge vom Job-Center übernimmt. Das ist inzwischen so umfangreich geworden, dass dafür eigens Räume im Telekom-Komplex an der Stadthäger Bahnhofstraße angemietet wurden. Dort schulen Mitarbeiter Hartz-IV-Empfänger im korrekten Ausfüllen von Anträgen, und dort sind auch einige VHS-Mitarbeiter als Arbeitsvermittler für das Job-Center tätig. Weiter werden in Räumen Kurse zur Sprachförderung sowie Beratung und Schulung von Existenzgründern betrieben. Mit dem Kurs der VHS sind alle politischen Strömungen im Beirat einverstanden, auch die CDU, die vor einigen Jahren noch auf kostenbewusstes Arbeiten der kommunalen Einrichtung gedrängt hatte. Für die Union scheint wichtiges auf diesem Weg erreicht zu sein, denn namens der Partei signalisierte Torben Sven Schmidt Zustimmung zum Wirtschaftsplan und zur Geschäftspolitik. Schmidt merkte lediglich an, dass die Zusammenarbeit auf der Weserberglandschiene forciert werden muss.

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