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Anwohner unzufrieden mit Konzept der Stadt / "Wir fühlen uns hintergangen"

Streitpunkt Dingelstedtwall: Anlieger gegen Pläne zur Verkehrsberuhigung

Rinteln (clb). Dass der Dingelstedtwall seit dem Bau der Fußgängerzone unter starkem Verkehr leidet, ist nicht neu. Doch die Anwohner sind nicht länger bereit, "Durchgangsstraße" trotz Anliegerstatus zu sein und haben sich deshalb mit der Stadtverwaltung in Verbindung gesetzt.

Noch hat der Dingelstedtwall Anliegerstatus. Die Stadt hingegen

Bereits vor einem Jahr hat es eine erste Versammlung von Anliegern sowie Vertretern der Stadt gegeben, bei der die Anwohner mehrheitlich einen Antrag auf Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung gestellt haben. Zugleich hat sich eine Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, die mit der Stadt kooperieren und Ideenvorschläge einbringen soll. In der vergangenen Woche hat es eine zweite Anliegerversammlung gegeben, bei der Helmut Leppin, Leiter des Tiefbauamts, Vorschläge zur Verkehrsberuhigung des Dingelstedtwalls präsentiert hat. Diese Entwürfe wurden von den Anwohnern nicht nur mehrheitlich abgelehnt, sondern sorgten für Empörung. "Wir wollen keinen verkehrsberuhigten Wall, denn das würde bedeuten, dass die Geschwindigkeit zwar gesetzlich auf sieben biszehn Kilometer pro Stunde gesenkt werden würde, aber weiterhin jeder Autofahrer die Straße nutzen kann", macht die Arbeitsgruppe ihr Anliegen deutlich. "Da das Tempo schon jetzt nicht eingehalten wird, würde auch eine Geschwindigkeitsreduzierung nichts bringen!" Die von Leppin präsentierten Pläne besagen außerdem, dass Straße und Gehweg auf gleiche Höhe gebracht werden sollen, Pflanzenkübel zur Geschwindigkeitsreduzierung errichtet werden sowie rote Farbmarkierungen die Fahrer ans langsame Fahren erinnern sollen. Zudem würde es erheblich weniger Parkplätze geben. "Aber so ein Konzept wollen wir nicht", halten die Anlieger dagegen. "Wir sehen darin nur eine - vor allem optische - Verschlechterung des bisherigen Zustandes!" Diese Entwürfe wären nie vorgestellt worden, wenn es eine bessere Kommunikation zwischen Stadt und Arbeitsgruppe gegeben hätte, sind sich die Anlieger sicher und kritisieren vor allem den "Alleingang der Stadtverwaltung". "Bei der Anliegerversammlung war lediglich Herr Leppin anwesend, der zwar technischeFragen beantworten, uns aber keine weiteren Details nennen konnte." Die Anlieger sind enttäuscht vor der Versammlung, fühlen sich von der Stadt hintergangen. "Versprechen wurden gemacht und nicht eingehalten - vor den Kommunalwahlen ist man uns wesentlich kooperativer begegnet." Ein Lösungsvorschlag der Arbeitsgruppe wäre die Erhaltung des Anliegerstatus sowie konkrete Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung an Spielplatz und Schule, außerdem regelmäßige Verkehrskontrollen. Wie allerdings diese Maßnahmen aussehen sollen - das überlässt die Arbeitsgruppe der Verwaltung.

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