weather-image
12°
Vor Tarifkompromiss bei Kommunen noch mal Entschlossenheit demonstriert

Streikende Rintelner müssen nicht "zum Jagen getragen werden"!

Rinteln (ur). Mit ihrer gestrigen Streikkundgebung auf dem Marktplatz wollten die Rintelner Beschäftigten von Bauhof, Krankenhaus, Katasteramt und Straßenmeisterei der Öffentlichkeit und auch der Gewerkschaftsführung belegen, dass man sie nicht "zum Jagen tragen muss".

Nach der Kundgebung: ver.di-Mitglieder auf dem Protestmarsch dur

Obwohl am Morgen bereits in den Rundfunknachrichten avisiert worden war, dass sich eine Kompromisslösung zumindest für den kommunalen Bereich anbahnt und trotz klirrender Kälte nahmen immerhin rund 100 Beschäftigte und interessierte Bürger an der Veranstaltung teil - wobei ver.di-Sprecherin Angela Schultjahn aus Stadthagen ausdrücklich feststellte, dass sie in der laufenden Streikrunde nirgendwo so gute Rahmenbedingungen wie in Rinteln vorgefunden habe, wozu insbesondere die von Thorsten Riesenberg installierte Tonanlage beitrug. "Es mag ja sein, dass in Rinteln nicht gerade die Speerspitzen der Auseinandersetzung angesiedelt sind, aber auch hier wird eindrucksvoll gezeigt, dass wir uns nichts gefallen lassen: Die Bevölkerung fällt längst schon nicht mehr auf die Behauptung herein, dass es nur um 18 Minuten bei der Wochenarbeitszeit geht. Schon jetzt haben wir ein reines Tarifdiktat verhindert." Sollte es zu einem konsensfähigen Kompromiss kommen und dieser bei der Urabstimmung bestätigt werden, so Schultjahn, komme es trotz der dann gegebenen Friedenspflicht auch für die kommunalen Beschäftigten darauf an, den wohl noch länger anhaltenden Arbeitskampf der Landesbeschäftigten solidarisch und politisch zu unterstützen: "Hier zeigt sich das Problem des Föderalismus - ein politisches Zurück zur Monarchie, auch wenn sich die Monarchen heute alle paar Jahre zur Wahl stellen." Die Strategie von Minister Möllring verfolge eine Aufkündigung der Sozialpartnerschaft, die bislang immer noch ein Standortvorteil für Deutschland sei. Zu den "Kröten", die man beim neuen Tarifabschluss wohl schlucken müsse, gehöre sicher auch eine weitere Negativentwicklung weg vom Flächentarifvertrag - Äußerungen die zu Nachfragen aus dem Kreis der Kundgebungsteilnehmer führten, ob man nicht am Ende zu viele Zugeständnisse machen werde.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare