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Lauenauerärgert sich schwarz

Straßenarbeiten machen Händler das Leben schwer

Lauenau (nah). Wilfried Troost ist sauer. Der Inhaber des Bioladens "Immergrün" hat nachts frische Ware über etliche Meter zu seinem Geschäft karren müssen. Der 18-Tonnen-Lastzug konnte nicht auf das Grundstück rangieren: Die provisorische Zufahrt war zu schmal. "Ich will nichts Böswilliges und sehe ein, dass Bauarbeiten für Behinderungen sorgen", sagte er, "aber jetzt ist das Maß voll." Troost beklagt nicht eingehaltene Zusagen seitens der Baufirma.

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Seit Monaten müssen die Anwohner der Coppenbrügger Landstraße mit Behinderungen leben. Wasser- und Kanalleitungen werden erneuert; Telefonstrippen ersetzt und auch die Gasrohre überprüft. Tief dringen Baggergreifer ins Erdreich vor. Nur provisorisch schließen die Bauarbeiter Gräben, weil weitere Leitungenverlegt werden müssen. Ärger bleibt nicht aus: Alte Menschen stolpern über den unebenen Untergrund; Zufahrten sind eingeschränkt oder vorübergehend gar nicht benutzbar. Was für Privatpersonen schon problematisch ist, wird für einen Geschäftsmann zum existenziellen Problem. "Meine Kunden fahren vorbei und muten sich das hier nicht zu", hat Troost schon beobachtet. Dennoch konnte er bislang alle Einschränkungen nachvollziehen, auch wenn eine gekappte Telefonleitung ihn einen Tag lang von der Außenwelt abgeschnitten hatte, Kunden an einem weiteren Tag nur zu Fuß ihre vollen Einkaufstaschen durch die grabenähnliche Baustelle schleppen mussten und zeitweilig beide vorhandenen Grundstückseinfahrten nicht benutzbar waren. Letzteres ärgerte ihn jedoch schon gewaltig: "Ein Weg hätte doch immer frei bleiben können." Von Anfang an hatte Troost darauf hingewiesen, dass sein Geschäft wöchentlich von einem großen Lastzug beliefert wird, der einen gewissen Rangierraum benötigt. Noch am Donnerstag hatte er die Mitarbeiter der Baufirma daran erinnert. Diese sollen ihm eine ausreichend breite Zufahrt zugesichert haben. Doch mitten in der Nacht klingelte das Telefon: Der Auslieferungsfahrer sah sich außerstande, sein langes Gefährt in die nur vier Meter schmale Einfahrt zu bugsieren. Zu groß war die Gefahr, in die Baugrube abzurutschen. Troost fuhr nach Lauenau und half beim Ausladen. Björn Ladage vom Tiefbauamt der Samtgemeindeverwaltung konnte die Kritik des Kaufmanns durchaus nachvollziehen: "Das war nicht ausreichend breit." Zugleich beteuerte er beim Ortstermin, "die Sorgen der Anlieger ernst zu nehmen". "Trotzdem hat es nicht geklappt", klagte Troost. Unterdessen lärmte der Rüttler über frisch abgeladenem Erdreich: "Heute nachmittag ist die Einfahrt sieben Meter breit", versprach der zuständige Bauarbeiter. Sein Polier konnte wegen eines Einsatzes auf einer anderen Baustelle indes nicht erreicht werden. Der stellvertretende Gemeindedirektor Jörg Döpke betonte, dass die Samtgemeindeverwaltung auf die Belange der Anlieger möglichst Rücksicht nimmt und übte indirekt Kritik an Troosts Vorgehen: "Er hätte direkt mit uns sprechen müssen." Wie er weiter mitteilte, ist durch organisatorische Maßnahmen ein jetzt schnellerer Baufortschritt zu erwarten. Allerdings gab er zu: "Im Zeitplan sind wir noch lange nicht."

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