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Nur wenige nutzen das WM-Freizeitangebot auf dem Stockhofgelände für Sport und Erholung

Strand an der Weser bleibt ganz oft leer

Hameln (fn). Azurblauer Himmel und Temperaturen jenseits der 25-Grad-Marke. Aus freien Liegestühlen, die nicht schon am Morgen mit Handtüchern gesichert werden müssen, ist der Blick auf das bunte Treiben am Wasser zu genießen. Der Strand mit feinem, sauberem Sand bietet reichlich Platz; der nächste Nachbar aalt sich zehn Meter weiter in der Sonne. Keine langen Schlangen an den Getränkeständen, freundliche Servicekräfte warten nur darauf, die Gäste bewirten zu dürfen. So stellt sich wohl jeder seinen Traumurlaub vor.

Fred Kimani, Joselina Santos und Austauschschüler Kay, (v. li.)

Hamelner können dieses Gefühl derzeit am Weser-Strand auf dem Stockhofgelände genießen – nur kaum jemand geht hin. Am Samstagnachmittag verlieren sich keine 20 Sonnenanbeter auf dem 400 Quadratmeter großen, mit Heidesand künstlich angelegten Terrain an der Promenade. Unter den Schatten spendenden Bäumen am Rande des Strandes haben es sich Sandra Müller und Robert Nemitz auf Liegestühlen bequem gemacht. Ihr einjähriger Sohn Julius buddelt im Sand. Die drei sind schon mehrmals mit dem Rad am Strand vorbeigefahren und nutzen die Freizeitoase zum ersten Mal. „Eine schöne Sache, der Beach ist gut“, findet Nemitz. Die junge Familie wohnt in einer Wohnung mit Balkon und „will mal raus“, wie der 30 Jahre alte Familienvater sagt: „So viele Möglichkeiten hat man in Hameln ja nicht.“

Während die Eltern ihren kleinen Julius beschäftigen, geht es in der Mitte der Anlage weitaus sportlicher zu. Dort sind Finja und Svea Coerdt aus Emmerthal am Baggern und Schmettern. Zusammen mit dem US-amerikanischen Austauschschüler Jon Hazy spielen die Schwestern Beach-Volleyball. Heute „just for fun“, sonst bei der TSG Emmerthal. Die drei loben die Qualität des Sandes. „Nur das Netz könnte besser gespannt sein. Aber dafür ist es umsonst“, weiß die 16-jährige Finja die günstige Sportmöglichkeit und ergänzt: „Der Strand könnte ruhig länger hier sein als nur bis zum Ende der WM.“

Das ist auch der Wunsch dreier Stammgäste. Kay, Joselina und Fred kommen nahezu jeden Tag zur Feierabendzeit an den Strand, um zu chillen, also abzuhängen, wie das auf Neudeutsch heißt. Sonnenanbeter Joselina stammt aus der Dominikanischen Republik und Fred aus Kenia. Sie verbreiten somit karibisches und afrikanisches Flair an Hamelns Weser-Beach. Was man jedoch von der am Strand gespielten Musik nicht behaupten kann. Besuchern geht die „House“-Beschallung gehörig auf die Nerven. „Reggae oder auch Ballermann-Songs wären besser“, sagt Kay. Doch passende Musik allein wird sicher auch nicht dafür sorgen, dass die Liegestühle dicht umlagert werden.

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