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Sopranistin Monika Frimmer und Pianist Jan Jansen beeindrucken ihre Zuhörer

Stimm- und klangschöner Schubert

Petzen (dis). Nachdem viele Interessenten die St. Cosmas und St. Damian Kirche bei angenehm milden Temperaturen erreicht hatten, sorgten Sopranistin Monika Frimmer mit ihrer runden, in sich ruhenden Stimme und Jan Jansen am weich klinge nden Pianoforte in dem beschaulichen Gotteshaus mit Schubert-Werken für seelische Erwärmung.

Die Rede ist vom jüngsten Konzert der von Pastor Heinz Schultheiß initiierten und kommentierten Reihe "Klassik aus Holland", das diesmal ausschließlich Franz Schubert gewidmet war und damit ins Zentrum der deutschen Romantik rückte. Sogar das aus der Werkstatt des renommierten niederländischen Restaurators Edwin Beunk stammende, warm tönende Tasteninstrument von 1820 fügte sich ideal in diese Zeit. Natur- und unterschiedlichen Seelenzuständen verlieh die von ihrem Partner sensibel unterstützte Sängerin einleitend mit freien beweglichen Höhen und wohligen Tiefen jenes Strahlen, was den um den Hirtenjungen Ganymed kreisenden Stücken wie "Der Musensohn", "Heideröslein" und "Im Frühling" entsprach. Mit getragener Fülle stattete die charmante Vokalist ihr Organ aus, als sie danach in melodramatischen Gefühlsausbrüchen als Mignon die Nähe des Geliebten und die Sehnsucht heraufbeschwor sowie die inbrünstige Frage stellte: "Kennst du das Land? Um ein Kaleidoskop der Liebe - bis hin zum leisen Tod - ging es mit Koloraturgeläufigkeit und viel Ausdruck im dritten Abschnitt. So anmutig die Sängerin in oberen Bereichen klang, so grundig gefärbt muteten die unteren an, schöne Beispiele sind das aussagende "Lied Klärchens" und das hier ernst und schlicht, dort aufgewühlt gebrachte Melodram "Der Tod und das Mädchen".Zum Schluss widmete sich die ebenso versierte wie charmante Operndiva fast keck dem weltzugewandten Stück "Liebe schwärmt auf allen Wegen". Mit stupender Technik und fabelhaft auf seine Partnerin eingeschworen, assistierte ihr Jan Jansen am Pianoforte, auf dem er in differenzierter Gestaltungskunst den Abend noch durch Vorträge derImpromptus c-Moll, Es-Dur, Ges-Dur und As- Dur, op 90, bereicherte. Für einen Moment schien zum Schluss die Zeit still zu stehen, dann brach der Beifall los.

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