weather-image
Die Planeten bewegen sich in Ellipsen um die Sonne und haben zu ihr deshalb keinen konstanten Abstand

Sternenhimmel im Juli mit länger werdenden Nächten

Nun werden die Nächte wieder länger. Das macht sich allerdings in diesem Monat noch kaum bemerkbar. Es wird erst um 23 Uhr MESZ so dunkel, dass auch schwächere Sterne erkennbar sind. Am 6. Juli, um 13 Uhr MESZ, steht die Sonne im Aphel (Sonnenferne). Der Abstand Erde–Sonne beträgt dann 152 Millionen Kilometer. Das sind rund fünf Millionen Kilometer mehr als Anfang Januar, wenn die Erde im Perihel (Sonnennähe) steht.

270_008_4306346_FAWsternenhimmel_2706.jpg

VON DR. PETER STÖVER

Die Planeten, so auch die Erde, bewegen sich in Ellipsen um die Sonne und haben deshalb keinen konstanten Abstand von der Sonne. Dass ausgerechnet für die nächsten paar tausend Jahre auf der Nordhalbkugel Sommer ist, wenn die Erde in Sonnenferne steht, ist reiner Zufall. Es ist ersichtlich, dass der Sonnenabstand keinen Einfluss auf die Jahreszeiten hat, die allein von der Schiefe der Erdachse verursacht werden. Da die Erde sich in Sonnenferne langsamer um die Sonne bewegt als in Sonnennähe, ist das Sommerhalbjahr, im Augenblick auf der Nordhalbkugel, auch sieben Tage länger als das Winterhalbjahr. Ma-thematisch kurz formulierte das schon Kepler in seinem zweiten Gesetz zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

Am östlichen Teil des Himmels steht jetzt das schon oft erwähnte Sommerdreieck aus Atair, Deneb und Wega. Blickt der Sternfreund beim Zenit beginnend zum Südpunkt des Horizontes hinunter, so wird zu-

nächst das kleine Viereck des Drachenkopfes im unscheinbaren, jedoch großen Sternbild des Drachens sichtbar, der sich zwischen Großem

und Kleinem Wagen hindurchschlängelt. Darunter folgt der Herkules, ein großes, unregelmäßiges Rechteck, der Körper auf zwei Beinen. Tiefer steht, schwierig zu erkennen, das große aus schwachen Sternen bestehende Fünfeck des Schlangenträgers, durchkreuzt von

der durch ihn getragenen Schlange. Sie windet sich in großem Bogen vom Adler im Osten bis zur Nördlichen Krone im Westen, jenem kleinen, schüsselförmigen Sternbild zwischen Herkules und dem „Papierdrachen“ Bootes. Ganz tief im Süden steht der Skorpion mit dem roten Riesen Antares.

Tief am westlichen Abendhimmel stehen die drei Planeten Venus, Mars und Saturn unterhalb des Tierkreisbildes Löwe auf der Ekliptik aufgereiht. Die Venus ist bei weitem der hellste der drei Planeten, sie zieht am 10. Juli oberhalb an Regulus vorbei. Am 16. Juli gesellt sich noch der zunehmende Mond zu den drei Planeten. Da die Erde sich von Mars und Saturn entfernt, wird besonders Mars sehr lichtschwach und kann ab Mitte des Monats nur noch mit dem Feldstecher beobachtet werden. Auch Saturn in der Jungfrau verschwindet im Laufe des August vom Abendhimmel. Am l. August überholt der schnellere Mars den Saturn. Jupiter ist immer noch Planet der zweiten Nachthälfte. Am 31. Juli begegnet der abnehmende Mond dem Riesenplaneten.

Mondphasen:

4. Juli: letztes Viertel, 11. Juli: Neumond, 18. Juli: erstes Viertel, 26. Juli: Vollmond.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare