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Himmlische Ratgeber oder Hokuspokus? Ex-Astrologin warnt vor Macht der Astrologie

Sterne lügen nicht, sind aber gefährlich

Hohnhorst (tes). Steht unser Schicksal in den Sternen? "Ja", meint Sabine von der Wense, "die Astrologie trifft Voraussagen." Wohin und in welche Sinnkrise dies führen kann, hat die ehemalige Astrologin am eigenen Leib erfahren. Die Macht der Sterne bekam die Hamburgerin so deutlich zu spüren, dass sie zwölf Jahre später anfängt, in Vorträgen und Büchern davor zu warnen. Beim Frauenabend in Hohnhorst sprengte der Besucherstrom aus dem gesamten Landkreis alle Erwartungen der Martins-Gemeinde.

Sabine von der Wense

Das Geschäft mit der Astrologie boomt. Auch von der Wense profitierte davon - bis sie im christlichen Glauben erkannte, "dass es mehr zu entdecken gibt als unsichere Charakterdeutungen und vage Vorhersagen". Die Insiderin packte aus, was es mit der Astrologie wirklich auf sich hat: "Die ist so alt wie die Menschheit und heute gefährlicher denn je." Werbung musste die renommierte Sterndeuterin nie machen. Industrielle, Ärzte, Rechtsanwälte, Studenten, Schauspieler und Fernsehjournalisten haben bei ihr Rat und Entscheidungshilfen gesucht - und gut dafür bezahlt. Laut Umfragen glaubten drei Viertel der Deutschen an Astrologie. "Einige sind davon regelrecht abhängig geworden", mahnt von der Wense. "Man braucht kein Horoskop, um ein Kind zu erziehen oder einen Beruf zu finden." Manche ihrer Kunden hätten keine Entscheidung mehr gefällt, ohne die Sterne vorher um Rat zu fragen. Heute warnt sievor diesen Voraussagen: "Gott lässt uns nicht hinter diesen Vorhang gucken, um uns zu schützen." Dahinter gebe es finstere Mächte, vor denen nur der christliche Glaube bewahren könne. Die Ex-Astrologin bestreitet nicht, dass durch spirituelle Praktiken Heilung geschehen kann: "Auch der Teufel kann heilen." Ebenso sei bereits bis 2020 berechenbar, wann die Sterne wo stehen. "Es besteht eine unheimliche Ordnung in diesem Kosmos", betont sie. Von der Wense wurde christlich erzogen. Als junge Erwachsene wandte sie sich fernöstlichen Religionen zu und trat einem hinduistischen Zentrum bei. Später beschäftigte sie sich mit Astrologie und machte mit eigener Praxis das Hobby zum Beruf. Ihr persönliches Seelenheil fand sie darin nicht, wie sie berichtet. "Gott machte mir einen dicken Strich durch meine Lebensrechnung.Ich wurde krank." Ein Gottesdienst in der Kommunität Taizé war die erste Station auf ihrem Weg zu Christus. Trotzdem arbeitete sie weiter als Astrologin. Doch Bibelstudium und zwei dramatische Zwischenfälle im familiären Umfeld zeigten ihr, dass hinter der Sterndeuterei dunkle Kräfte stehen. Dieser Erkenntnis folgte eine tiefe Lebenskrise, denn ihr fehlte die Kraft, den geliebten Beruf aufzugeben. Irgendwann musste sie sich entscheiden: "Entweder lebe ich unter dem Gesetz der Sterne oder mit Gottes Gnade", schildert von der Wense ihren schweren Kampf. Am Ende siegte der christliche Glaube und die vormals so erfolgreiche Astrologin vernichtete ihr gesamtes Material. Ein Thema, das so viele Frauen bewegte, dass die Plätze im Gemeindesaal nicht ausreichten. Mit Beifall bedacht wurde das Organisationsteam um Christiane Cochlovius, die Frauen jeden Alters mit Sternkuchen und kreativem Rahmenprogramm verwöhnten. Evelyn Lockemann, Bärbel Hugo und Monika Wiegel wagten als Heilige Drei Könige einen Blick auf die Sterne im Saal. Junge Sängerinnen von der Schlaffhorst Andersen Schule begeisterten mit christlichen Liedern. Nur zwei Männer kamen in den Genuss dieser Sternstunden: Pastor Gero Cochlovius und Superintendent Andreas Kühne-Glaser, der den Frauenabend mit einem Segen beendete.

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