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Rat beschließt nahezu kostendeckende Neukalkulation

Sterben wird teurer: Stadt hebt Friedhofsgebühren an

Bad Münder (mf). Schlechte Nachrichten werden naturgemäß gern verdrängt. Das erklärt wohl auch, weshalb der Rat in seiner jüngsten Sitzung die anstehende Neukalkulation der Friedhofsgebühren einstimmig und praktisch geräuschlos durchgewinkt hat. Einzig Ratsherr Gerhard Fiedler (Grüne) kommentierte die Entscheidung, der seine Fraktion „der Not gehorchend“ zustimme.


Dass trauernde Angehörige in einer besonders schweren Lebenssituation künftig noch mehr als bislang zur Kasse gebeten werden sollen, sei alles andere als erfreulich, machte Fiedler deutlich. Die Neukalkulation, die in vielen Fällen eine Erhöhung der Gebühren bedeutet, sei allerdings „an der Zeit und notwendig“, so der Grünen-Politiker. Damit werde zum einen auf die verheerende Haushaltssituation der Stadt reagiert und zum anderen auf ein sich veränderndes Bestattungsverhalten. Allerdings, so glaubt Fiedler: Der Erfolg wird nicht von langer Dauer sein. Die Stadt werde schon bald erneut reagieren, sprich an der Gebührenschraube drehen müssen.

Das Kommunalabgabengesetz schreibt vor, dass Friedhofsgebühren kostendeckend sein sollen. Bislang scheute sich die mündersche Politik vor einer drastischen Anhebung, doch die hohe Verschuldung lässt ihr nun keine Wahl mehr: Betrug der Kostendeckungsgrad bislang 66 Prozent, wird er nun auf rund 90 Prozent angehoben.

Die einschneidendste Teuerung ergibt sich künftig für eine Urnenbestattung in einem Reihengrab. Dort werden 362 statt bisher 133 Euro für die Grabstelle selbst fällig, für die Bestattung sind 316 statt bisher 104 Euro zu zahlen, 90 statt bisher 30 Euro fallen für die Nutzung der Leichenhalle an. Insgesamt günstiger werden die – immer weniger nachgefragten – Erdbestattungen.

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