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Kooperation mit Ärztehaus: Nieber will offenbar Chancen für Sanierung des Kurmittelhauses prüfen

Statt Bädergarten eine „kleine Lösung“?

Bad Münder (mf). Das ehrgeizige Projekt „Bädergarten“, die geplante Konzentration des Kurbetriebs am Deisterhang, rückt in immer weitere Ferne. Derzeit gebe es wenig Hoffnung, öffentliche Fördergelder zu bekommen, räumt Silvia Nieber ein. Die Bürgermeisterin hat deshalb jetzt alternativ eine „kleine Lösung am Kurmittelhaus“ ins Spiel gebracht.

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Dabei solle geprüft werden, ob neben dem Neubau des Ärztehauses, das bekanntlich an der Stelle des maroden Kurhotels entstehen soll, nicht doch zunächst das vorhandene Kurmittelhaus aus den 1970er Jahren modernisiert werden kann. Nieber möchte die Immobilie nach eigenen Worten „qualitativ an das 21. Jahrhundert anpassen“. Die Chancen dafür will sie in gemeinsamen Gesprächen mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) als derzeitiger Hauptmieterin des Kurmittelhauses und der hannoverschen Baufirma Gundlach, die das Ärztehaus plant, ausloten.

„Ziel muss es sein, eine wirtschaftlich tragfähige Lösung zu finden“, sagt die Verwaltungschefin. Im Klartext hieße das: eine abgespeckte Version des „Bädergarten“ im unteren Teil des Kurparks – in Kombination mit dem Ärztehaus.

Nieber hatte bereits im Mai durchblicken lassen, dass nach ihrer Einschätzung der „Bädergarten“ nicht kurzfristig entscheidungsreif sein wird. Inzwischen ist klar: Die Hoffnung, Fördermittel in nennenswerter Höhe von der staatlichen N-Bank zu bekommen, dürfte so bald nicht in Erfüllung gehen. Die Richtlinien für die Gewährung eines Zuschusses sind „derzeit noch nicht deckungsgleich mit dem Projekt“, formuliert Nieber zurückhaltend. „Das Thema ruht deshalb erst einmal.“

Fest steht auch: Die Stadt selbst hat angesichts ihres chronisch defizitären Haushaltes nicht das Geld, um das Mammutprojekt mit Arztpraxen, Wellnessangeboten und einem großzügigen Naturbadeteich am südlichen Salzbrink allein zu schultern.

Nieber machte jetzt noch einmal deutlich, dass die Realisierung des Ärztehauses für sie derzeit absolute Priorität habe. Investor Gundlach will noch in diesem Monat einen Zwischenstand zu den Planungen geben und – so hofft man bei der Stadt – einen Fahrplan für die Erstellung nennen.

Vor diesem Hintergrund gebe es derzeit auch keine weiteren Verhandlungen mit der Awo über eine (freiwillig) höhere Mietzahlung für das Kurmittelhaus. Nieber bestätigte Informationen unserer Zeitung, wonach die Awo ein entsprechendes Ansinnen der Stadt zurückgewiesen hat. Die Bürgermeisterin zeigt dafür sogar durchaus ein gewisses Verständnis. Denn zum einen sei es allein der Awo zu verdanken, dass das noch Ende der 1980er Jahre leer stehende Gebäude heute überhaupt wieder derart belebt ist. Zum anderen sei der bauliche Zustand der Immobilie auch nicht gerade so, dass ein höherer Mietzins gerechtfertigt wäre.

Bürgermeisterin Silvia Nieber will das Kurmittelhaus „qualitativ an das 21. Jahrhundert anpassen“. Foto: oe

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