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Verknüpfung der Tangente mit B 65: Verhandlungen abgebrochen

Stadthagen will Kreisel - Bund hält an Plan für eine Brücke fest

Stadthagen (ssr). Vorerst gescheitert sind Bemühungen der Stadt, die Nordost-Tangente am östlichen Ortsausgang durch einen großen Kreisverkehr an die B 65 anzubinden. Dazu müsste die massive Brücke mit der Zufahrt zur "Umgehungsautobahn" abgerissen werden. Doch dazu ist die für die B 65 zuständige Straßenbaubehörde des Bundes partout nicht bereit.

Anstelle der Brückenauffahrt auf die "Umgehungsautobahn" (rechts

Schon jetzt ist die enge Einbiegung der Nordost-Tangente auf die Vornhäger Straße zwischen "Möbel-Heinrich" und dem "Hagebau-Markt" zeitweise überlastet. Begegnen sich dort zwei abbiegende Lkw, kann es sehr eng werden. Ist die Tangente erst fertig, dürfte die Verkehrsbelastung dort weiter zunehmen und die Lage noch problematischer werden. Deshalb gibt es in der Stadtverwaltung seit Beginn der Planungen für die Tangente Überlegungen, diese direkt an die B 65 anzuschließen, und zwar möglichst unter radikaler Umgestaltung der Anbindung zur "Umgehungsautobahn". Denn das dortige Brückenbauwerk gilt als überflüssiges Monstrum. Entstanden war es in den siebziger Jahren nur deshalb, weil damals eine Weiterführung der B 65 als Autobahn nach Osten ins Auge gefasst worden war. Doch diese kam nie zustande, sodass die für die jetzige Verkehrssituation völlig überdimensionierte Brücke mit den Schleifenauffahrten wie ein Torso wirkt. Die Verhandlungen mit der Straßenbaubehörde waren vor einem Jahr intensiviert worden, um die Realisierung einer großen Kreisellösung noch bis Ende 2010 anzupeilen. Denn nur bis zu diesem Zeitpunkt wäre eine 80-prozentige Förderung aus Bundesmitteln möglich. Danach steht eine Finanzierung völlig in den Sternen. Ein Motorder wieder aufgenommenen Verhandlungen war der Landkreis, der sich davon eine elegante Anbindung der künftigen "2+1"-B 65 an die "Umgehungsautobahn" versprach. Nach diesem Modell würde an Stelle der Brücke ein Kreisel den aus Richtung Bad Nenndorf kommenden Verkehr verteilen: Auf die Nordost-Tangente, die in einem komfortablen Bogen nördlich des "Hagebau"-Marktes gezogen würde, in die Stadt auf der dann entlasteten Vornhäger Straße sowie auf die vierspurige Umgehung inRichtung Bückeburg. Die Stadtverwaltung hält einen solchen Kreisel für ideal, weil er sowohl die Umgehung als auch die Stadteinfahrt leistungsfähiger und attraktiver machen und eine möglichst starke Verlagerung von Verkehr auf die Nordost-Tangente gewährleisten würde. So hat es Stadtplaner Gerd Hegemann jüngst im Bauausschuss des Rates dargelegt. Doch nach einjährigem Tauziehen, nachdem mehr als 50 Planungsvarianten durchgespielt waren, wurden die Verhandlungen ergebnislos eingestellt. Der Bund ist nach Auskunft von Hegemann zum Abriss der Brücke kategorisch nicht bereit. Zudem hat die Straßenbaubehörde Vorbehalte, eine Bundesstraße durch einen Kreisel zu führen. Die Straßenbaubehörde legte den Gegenplan vor, die Vornhäger Straße, aus Richtung Innenstadt betrachtet, kurz vor der Brücke abzutrennen. Die Verbindung zwischen B 65 und Nordost-Tangente sollte demnach auf der bestehenden Schleifenauffahrt zur "Umgehungsautobahn" und einer sich daran anschließenden engen Kurve direkt hinter dem "Hagebau"-Markt geführt werden. Auch alle Fahrzeuge in die oder aus der Stadt hätten dann diese enge Trasse wählen müssen. "Eine klare Verschlechterung" hätte dies laut Hegemann bedeutet. Deshalb hat die Stadtverwaltung sich darauf nicht eingelassen. Dem konnten die Baupolitiker nur zustimmen. Ratlosigkeit herrschte gegenüber der kategorischen Haltung der Bundesbehörde. Aufgeben will man aber nicht. Die Verwaltung wurde einmütig beauftragt, "auf der Grundlage des Kreisel-Modells weiterhin Planungsbemühungen voranzutreiben".

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