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Stadtfeuerwehrtag: Großes Interesse bei der Lokalpolitik

BAD MÜNDER. „Das Jahr war durch die Bedarfsplanung geprägt“, bilanziert Stadtbrandmeister Carsten Koch. Die Kameraden beschäftigten sich beim Stadtfeuerwehrtag aber auch mit den städtischen Finanzen für die Löschtruppen – und natürlich mit dem beschlossenenen Neubau des Feuerwehrhauses in der Kernstadt.

Befördert: Matthias Heber (Brandmeister, von links), Jessica Becker (Löschmeisterin) und Sascha Nagel (Brandmeister). Foto: Mensing

Autor

Gert Mensing Reporter

Auch von politischer Seite war das Interesse groß: Bis auf Hamelspringe und Nienstedt waren alle Ortschaften durch ein Stadt- oder Ortsratsmitglied vertreten. In den Vorjahren hatte die Stadtfeuerwehr beklagt, dass sich nur wenige Lokalpolitiker bei der großen Versammlung blicken ließen. Die anstehenden Millionen-Ausgaben für das Feuerwehrwesen der Zukunft weckten offenbar Interesse. Außerdem werden in vielen Ortswehren Veränderungen erwartet.

Stadtbrandmeister Koch lobte indes die Arbeit an dem Bedarfsplan. Gemeinsam mit der Verwaltung habe man einen Investitionsplan über die nächsten 20 Jahre festgelegt. Besonders lobte Koch dabei die Zusammenarbeit mit dem Kämmerer Markus Westphal. Allein die Aufarbeitung des Einsatzgeschehens der vergangenen fünf Jahre habe über 80 Stunden in Anspruch genommen. Einvernehmlich mit der Politik habe man den Standort für das neue Feuerwehrdomizil im Gewerbegebiet Rahlmühle festgelegt. „Ende 2019 oder Anfang 2020 dürfte das neue Feuerwehrhaus übergeben werden“, erklärt Koch.

Schon jetzt warten aber neue Aufgaben auf die Feuerwehr: 2018 soll die Einsatzkleidung erneuert werden. „Die Arbeitgeber unterstützen ihre Mitarbeiter, die für Einsätze ihre Arbeitsstelle verlassen“, rechtfertigt Koch die Investitionen, „Wir müssen sie schützen, dass sie anschließend nicht noch krankheitsbedingt ausfallen.“

Außerdem müsse die Politik die Feuerwehrsatzung und auch die Gebührensatzung schnellstens in die Hand nehmen und zukunftsweisend ändern. Bürgermeister Hartmut Büttner lobte indes die Arbeit der Kameraden. Der Vorsitzende des Feuerschutzausschusses, Detlef Olejniczak, rief das Jahr 2017 als „Jahr der Feuerwehren unserer Stadt“ aus. Ulrich Matthies, Leiter des Polizeikommissariats, dankte den Kameraden, ebenfalls – die Beamten seien auf die Hilfe angewiesen, sagte er mit Bezug auf den tragischen Unfall in Bakede (wir berichteten).

Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke bestätigte die gesetzliche Planung, dass die Altersgrenze für den aktiven Dienst auf 67 Jahre heraufgesetzt werden soll. Gleichzeitig warnte er, dass durch den Investitionsstau wichtige Gelder verloren gehen könnten. „Der Topf für Zuschüsse wird irgendwann nicht mehr ausreichen, weil zu viele Anschaffungen auf einmal kommen“, so Wöbbecke.

Der Kreisbrandmeister hatte auch eine Ehrung im Koffer: Für 50 Jahre aktiven Dienst überreichte er Karl-Heinz Willmer aus Brullsen das Niedersächsische Ehrenzeichen. Anschließend wurden Jessika Becker (Hamelspringe) zur Löschmeisterin, Matthias Heber (Nettelrede) zum Brandmeister und Sascha Nagel (Bad Münder) zum Oberbrandmeister befördert.

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