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Politik entscheidet sich für Restaurant im Hochzeitshaus und will zehn Jahre auf Pacht verzichten

Stadt sucht einen Gastronomen mit viel Geld

Hameln (HW). Gastronomie statt eines Museums für Steuerverschwendung – die Politik hat sich entschieden und die Verwaltung beauftragt, die Teilvermietung der ehemaligen Räume der Erlebniswelt Renaissance (EWR) im Hochzeitshaus in Angriff zu nehmen. Hatte sich die Bürgerliste noch dafür ausgesprochen, mit dem Museum einen weiteren touristischen Anziehungspunkt zu schaffen, soll nun nach dem Willen von SPD, FDP, Grünen und der oppositionellen CDU möglichst schnell ein Restaurant der gehobenen Klasse seinen Betrieb aufnehmen.

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Hameln (HW). Gastronomie statt eines Museums für Steuerverschwendung – die Politik hat sich entschieden und die Verwaltung beauftragt, die Teilvermietung der ehemaligen Räume der Erlebniswelt Renaissance (EWR) im Hochzeitshaus in Angriff zu nehmen. Hatte sich die Bürgerliste noch dafür ausgesprochen, mit dem Museum einen weiteren touristischen Anziehungspunkt zu schaffen, soll nun nach dem Willen von SPD, FDP, Grünen und der oppositionellen CDU möglichst schnell ein Restaurant der gehobenen Klasse seinen Betrieb aufnehmen. Die Politik ist insbesondere an einer kurzfristigen Nutzung des Erdgeschosses interessiert, doch soll das erste Obergeschoss auf jeden Fall zur optionalen Nutzung durch den Gastronomiebetrieb mit vermietet werden.

Für Baudezernent Eckhard Koss gibt es zur Gastronomie keine Alternative: „Das ist bedingt durch die Tatsache, dass das Hochzeitshaus für die spezielle EWR-Nutzung in einer sogenannten Haus-in-Haus-Konzeption umgebaut worden ist. Selbst eine künftige gastronomische Nutzung ist nur in Verbindung mit umfangreichen Umbaumaßnahmen möglich.“ Koss bezifferte den erforderlichen Aufwand mit mindestens 650 000 Euro, denn in diesem Betrag seien weder Kosten für Decken- oder Wandverkleidungen noch für Beleuchtung oder Fußbodenbeläge enthalten.

Deshalb benötigt die Stadt kurzfristig Geld, das im Haushalt nicht zur Verfügung steht, und von dem bislang noch kein Politiker sagen kann, wo es herkommen soll. „Das wird eine der schwierigsten Entscheidungen des Rates,“ meinte Claudio Griese, der auch bekannte, dass die CDU von einer gastronomischen Nutzung nicht begeistert sei, er jedoch auch keine Alternative sehe. Deshalb sprach sich Griese für ein „gehobenes Restaurant“ aus. „Es geht nicht um Luxus. Aber wenn schon Gastronomie, dann etwas, was es in Hameln noch nicht gibt“, forderte der Christdemokrat.

Um der Stadt die drohenden Kosten zu ersparen, soll die Verwaltung nun nach einem Pächter Ausschau halten, der die Kosten übernimmt und dafür dann Erdgeschoss und erste Etage des Hochzeitshauses zehn Jahre lang mietfrei nutzen kann. Das Risiko: Niemand kann eine Gewähr dafür geben, dass sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Restaurant der gehobenen Klasse über einen so langen Zeitraum im Herzen der Altstadt halten kann. Koss kündigte an, nun über einen öffentlichen Teilnahmewettbewerb einen Interessenten zu suchen, der auch die erforderlichen Bauverpflichtungen übernimmt. „Es ist spannend, ob wir jemanden finden. Aber versuchen müssen wir‘s“, sagte Uwe Schoormann (SPD).

Scheitert das Vorhaben, hat die Verwaltung bereits einen Plan B in der Schublade: „Dann sollten die Räume als Übergangslösung und auf Kosten des Insolvenzverwalters in einen vertragsgemäßen Zustand versetzt und für gelegentliche künstlerische oder soziale Aktivitäten von Vereinen, Verbänden und öffentlichen Einrichtungen genutzt werden. Denn dieses Gebäude darf auf keinen Fall leerstehen“, erläuterte Koss vor dem Ausschuss für erneuerbare Energien, Bau und Umwelt. Offen bleibt weiterhin die künftige Nutzung der zweiten Etage und des Dachgeschosses.

Verwaist – die Gastronomie im Hochzeitshaus. Das soll sich ändern. Nach dem Willen von SPD, FDP, Grünen und der oppositionellen CDU sollte dort möglichst schnell ein Restaurant der gehobenen Klasse seinen Betrieb aufnehmen.

Foto: Dana

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