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Neues Konzept zur Sprachförderung im Kindergarten: 155 000 Euro werden flexibel eingesetzt

"Sprache ist der Schlüssel zur Integration"

Landkreis (gus). Der Landkreis hat sich die sprachliche Förderung von Kindergartenkindern auf die Fahnen geschrieben. Für entsprechende Maßnahmen stehen 155 000 Euro an Zuschüssen zur Verfügung. Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes, das die Kreisverwaltung erarbeitet hat, soll außerdem Geld aus den Gemeindekassen investiert werden.

Für Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier ist die "Sprache der Schlüssel zur Integration". Diese sei wiederum auf kultureller wie auf wirtschaftlicher Ebene unerlässlich. Ein friedliches Miteinander sei auf der eine Seite das Ziel. Außerdem würden durch frühzeitige Sprachförderung zusätzliche Langzeitarbeitslose verhindert. Der Ansatz des Landkreis-Konzeptes sieht vor, "Kinder mit Migrationshintergrund", also solche aus ausländischen Familien, und deutsche Kinder mit Sprachproblemen, im Kindergarten von entsprechenden Fachkräften schulen zu lassen. Damit werde einer Isolierung vorgebeugt. Mehr Sprachkompetenz bedeute auch bessere Erfolgsaussichten in der Schule und im Endeffekt mehr Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb solle früh geholfen werden. Schöttelndreier betont, dass der Landkreis derartige Familienförderung ganzheitlich verfolgt. Kindergärten werden mit 90 000 Euro von der Landesregierung und 65 000 Euro vom Kreis unterstützt. Dazu gebe es Fördermaßnahmen an Schulen und zahlreiche Einrichtungen wie die Kinderbetreuungsagentur "Kiba", die Tagespflegekräfte vermittelt, und die Jugendwerkstätten in Hülshagen und Vornhagen. Außerdem verwies der Landrat auf die Aktion "Fit in Deutsch" für Fünfjährige. Neu ist in diesem Jahr, dass die Landesmittel nicht mehr direkt an die Träger von Kindertagesstätten, die Gemeinden, fließen, sondern dem Kreis übermittelt werden. Dieser ist im Gegenzug in der Pflicht, ein Konzept zur Verteilung des Geldes zu erstellen. Dieser Pflicht ist die Schaumburger Verwaltung bereits nachgekommen. "Das ist kein Wahlkampfthema, wir befinden uns mitten in der Umsetzung", sagt der Landrat. Das Konzept steht im Zeichen der Flexibilität. Laut der zuständigen Dezernentin Eva Burdorf ist es möglich, dass Kindergärten mit mindestens sechs Förderkindern in ein bis zwei Gruppen oder elf Förderkindern in drei Gruppen eine Erzieherin mit mehr Arbeitsstunden "ausstatten" oder dass zusätzliches Personal eingestellt wird. Auch beider Anzahl der Sprachförderstunden habe der Landkreis eine Ausnahmeregelung erreicht. Die Richtlinien des Landes sehen mindestens zehn Zusatzstunden vor. Die Erzieherinnen, die die Arbeitübernehmen sollen, werden innerhalb der "Arbeitsgruppe Sprachförderkräfte" geschult. Dazu werden auch externe Lehrkräfte eingesetzt. Ursula Büthe, in der Verwaltung für den Komplex zuständig, rechnet damit, dass die Gruppe länger als nur das erste Jahr überdauert und hofft, dass später auf die Resultate bereits erfolgter Schulungen aufgebaut werden kann.

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