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Raubvogel prallt gegen Schaufensterscheibe - tot / Polizei, Bauhof und Veterinäramt benachrichtigt

Sperber-Sturzflug: Aufregung in der Innenstadt

Rinteln (ur). Helle Aufregung in der Rintelner Fußgängerzone: Offenbar im Sturzflug ist ein Sperber am Donnerstagnachmittag gegen die Schaufensterscheibe eines Spielzeuggeschäfts geprallt und danach tot auf dem Pflaster liegen geblieben. Wegen einer möglichen Vogelgrippe-Gefahr besorgte Passanten alarmierten daraufhin die Polizei, die ihrerseits den Rintelner Bauhof benachrichtigte.

Wer nun aber ein aufwändiges Schauspiel mit Straßensperre und gespenstisch anmutender Schutzkleidung erwartet hatte, sah sich getäuscht: Zwar kam ein Streifenwagen vorbei, doch dann rückte ganz pragmatisch trotz des Streiks Michael Werther vom Bauhof an, krempelte einen blauen Müllsack "auf links" und transportierte den Kadaver des Raubvogels darin fort. Natürlich wurde das Veterinäramt benachrichtigt, doch winkte Tierarzt Dr. Hubertus Even sofort ab, als die Frage aufkam: "Muss der Sperber jetzt auf Viren oder Krankheiten untersucht werden?" Gegenüber unserer Zeitung erklärt der Veterinärmediziner dazu: "Betroffen sind ja zunächst Wasservögel.Zudem handelte es sich in diesem Fall ja nicht um einen verendeten Wildvogel mit ungeklärter Todesursache. Der kausale Zusammenhang zwischen dem Aufprall auf die Scheibe und dem Tod ist ja ganz eindeutig." Dennoch sei es natürlich auch bei einem derart leicht erklärbaren Ableben in der gegenwärtigen Situation richtig, das Auffinden des Vogelkadavers bei den Behörden zu melden und die Entsorgung nicht einfach in die eigenen Hände zu nehmen. Dass so scheue Tiere wie Sperber verstärkt in Innenstädten auftauchen und dort sogar Beute schlagen, haben vor allem Taubenzüchter in Rinteln schon öfter registrieren können. Angesichts des langen Winters und der stadtnahen Parkanlagen mit ihren zum Teil hohen und damit bestens zur Beobachtung geeigneten Bäumen beschränken sich die heimischen Raub- und Greifvögel längst nicht mehr auf ihre angestammten Reviere, sondern warten von ihren luftigen Ansitzen auch im Rintelner Stadtkern auf Beute. Vor allem bei Start und Landung an Taubenschlägen erblicken die gefiederten Jäger ihre Chance und schlagen zu. Manchmal eben auch daneben - wie in diesem Fall.

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