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Entdeckung historischer Bauwerke in Aachen, Maastricht, Trier und Köln

Spannende Tour der Landfrauen in der Eifel

Springe. Über sehr gutes Wetter freuten sich die Landfrauen aus Springe in der Eifel. An den sechs Tagen wurden sie in einem Hotel in Monschau mit Frühstücks- und Abendbuffet verwöhnt. Monschau hieß bis 1918 Montjoie und wird geprägt von schiefergrauen Dächern, prachtvollen Patrizierhäusern und stattlichen Fachwerkhäusern. Alles geht auf die Blüte der Textilindustrie vom 16. bis 19. Jahrhundert zurück. Die imposanteste Fassade bietet das „Rote Haus“ am Zusammenfluss von Rur und Laufenbach. Es spiegelt den Erfolg der Firma vor der Industrialisierung wider. Im Monschauer Ortsteil Höfen schützen haushohe Buchenhecken, die teilweise 200 Jahre alt sind, vor den eisigen Westwinden und halten meterhohe Schneeverwehungen vom Haus ab.

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Aachen hat als Erkennungszeichen den „Klenkes“, der kleine ausgestreckte Finger, ein Relikt der hier ansässigen Nadelindustrie. Die aus Draht gezogenen Nadeln mussten manuell aussortiert werden mit dem kleinen Finger. So entstand ein seltsam gewachsener, abgespreizter kleiner Finger, an dem man die Nadelarbeiter erkennen konnte. Karl der Große machte Aachen zum Mittelpunkt des fränkischen Reiches. Im Dom als Krönungskirche der deutschen Könige und Grabstätte Karls des Großen nach byzantinischem Vorbild erbaut, begeisterte die Landfrauen das karolingische Oktogon (Kreis mit 8 Ecken und 32 Meter Höhe.

Nach so viel Kultur wurden die Frauen humorvoll in der Printenbäckerei Klein in die Kunst dieses Backwerks eingeweiht. Vor 400 Jahren dienten die Printen der Darstellung – heute dem Verzehr. Außerhalb der Stadt hat das Gebäck nur Weihnachten Saison, doch in Aachen gibt es die Printen das ganze Jahr. Die beiden Flüsse Rur und Urft prägen das Gesicht des Nationalparks Eifel mit Wald, Wasser und Wildnis. Die ausgedehnten Buchen- und Eichenwälder sind in Nordrhein-Westfalens einzigem Nationalpark vor der wirtschaftlichen Nutzung geschützt, davon profitieren die Tier- und Pflanzenarten. In der Abtei „Mariawald“ als einziges Männerkloster der Trappisten in Deutschland nahmen die Landfrauen am Mittagsgebet der Mönche teil. Dann genossen sie eine Schifffahrt auf dem Rursee. Die Rurtalsperre Schwammenauel umfasst Rursee und Obersee und ist mit seiner Wasserfläche die zweitgrößte Talsperre der Bundesrepublik.

Vor mehr als 2000 Jahren wurde unter dem Namen Augusta Treverorum Trier gegründet. Die Porta Nigra, das schwarze Tor stammt aus dem 2. Jahrhundert. Sie ist die größte bekannte Torburg der Antike. Die Basilika – der Thronsaal Kaiser Konstantins – ist der größte säulenlose Raum der Antike. Die Heißluftheizung hat der Römer Gaius Sergius Orata (um 90 v. Chr.) erfunden. Hypokausten hatten einen ausgesprochen hohen Energieverbrauch. In Trier wurden dafür täglich 16 Kubikmeter (m³) Holz benötigt. Sehr idyllisch empfanden die Landfrauen „Bad Münstereifel“, das Kneipp-Heilbad im Tal der Erft. Heute kann man im mittelalterlichen Ambiente Shoppen in den über 40 Outlet Läden, die sich stilvoll einfügen.

Die Landfrauen besichtigten auch Maastricht, die älteste Festungsstadt der Niederlande. Die Stadt besticht mit ihren historischen Bauten, darunter das Helpoort als ältestes niederländisches Stadttor. Die Dominikanerkirche mit kostbaren Wandmalereien ist heute eine Buchhandlung. Highlight der Stadt sind am Vrijthof-Platz zwei ganz dicht beieinander liegende Kirchen. Zum Abschied von Monschau nahmen die Landfrauen an einem Folkloreabend im Brauhaus Felsenkeller teil. Bei der Rückfahrt hielten sie noch in Köln. Der Dom prägt das Panorama der Kölner Altstadt. Das Mittagsgebet mit Glockengeläut und Orgelspiel ließ die Landfrauen zur Ruhe kommen. Der Dom gilt als Deutschlands langwierigste Baustelle über 632 Jahre. Vor 135 Jahren wurde die Kathedrale vollendet und ist bis heute ein Meisterwerk der rheinischen Gotik.

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