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Max Mutzke: „12 Points“ / Vom Casting-Star zum ernst zu nehmenden Künstler

Soulig/popiger Spaziergang durch den „Black Forrest“

Mit „St. Petersburg“ eröffnete Max Mutzke seine Tour 2009 in Hannover, ehe er dem Publikum „Misses Thompson“ vorstellte – beide Songs stammen aus dem aktuellen Album „Black Forrest“. Schon bei den ersten Klängen der Opener des Capitol-Gigs wurde deutlich, wie „heiß“ Max und seine nicht minder spielfreudige Band diesem Konzert entgegenfieberte. Heiß darauf, endlich wieder abendfüllend auf Tour zu gehen, gespannt darauf, wie das quasi frisch aus dem Presswerk erschienene Material des neuen Albums beim Publikum ankommt.

Die bis dato „beste gecastete Stimme“ bekam von den

Es kam an, denn Max Mutzkes Longplayer ist gespickt mit einfühlsamen Balladen, fröhlichen Uptempo-Tanznummern und typischen After-Worksongs, die Lust auf Cabrio oder Balkon mit wahlweise Latte Macchiato oder eisgekühltem Feierabendbier machen.

Wenn Max Mutzke seine Songs ankündigt und berichtet, wie er emotional und stimmlich Grenzen überschreiten musste, damit der Song so beim Publikum rüberkommt, wie er ihn selbst beim Komponieren fühlt, weiß man, wie viel Herzblut in den Titeln fließt. Beispielhaft dafür der Song „Not Right“, der durch seine Anmoderation und die ersten gesungenen Zeilen für Gänsehaut gesorgt hat.

Natürlich durfte der mit „Can’t Wait Until Tonight“ von vielen Grand-Prix-Chronisten als bester deutsche Eurovisionssong bezeichnete Megaseller von 2004 nicht im Programm fehlen. Nicht nur bei diesem Song bewies das Publikum Textsicherheit. Klasse auch der Satzgesang im Titel „Come back“, bei dem Max Mutzke in der Zugabe noch einmal totales Gefühl über die Konzertbesucher ergoss.

Im Vorfeld diskutierten Max‘ Fans darüber, ob er besser englisch oder deutsch singen sollte. Sicher kann er beim deutschen Publikum mit keinem Song mehr Emotionen wecken als bei dem Titel „Schwarz auf Weiß“, den er seiner Herzdame gewidmet hat. Dennoch wirken seine englischen Songs im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Künstlern, die sich der Sprache der Insel verschrieben haben, authentisch und reif, sodass er berechtigte Hoffnungen darüber haben darf, bis nach St. Petersburg zu einem deutschen Musikexport zu werden.

Dass sein musikalischer Ziehvater, Stefan Raab, beim dritten Album nicht mehr federführend war, sieht wohl Deutschlands bester Casting-Star mit einem weinenden und lachenden Auge: „Durch seine vielen anderweitigen Verpflichtungen hat er einfach keine Zeit mehr für mich gehabt und so haben wir aus der Not eine Tugend gemacht. Die Arbeit mit meinem neuen Produzententeam macht mir sehr viel Spaß, ich habe jetzt auch die Möglichkeit, mich mehr in die Produktionen mit einzubringen“, erklärte Mutzke vor kurzem in einem Interview.

Fazit: Wer einen echten deutschen Superstar sehen und vor allem hören will, kommt an Max Mutzke nicht vorbei. Er ist mehr als nur eine Stimme, er ist Musiker, der einfach tolle Kompositionen im Gepäck hat.

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