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Kinderschutzbund sucht Ehrenamtliche

Sorgentelefon braucht mehr gute Zuhörer

Stadthagen (lmh). Ein Telefon in einem Büro irgendwo in Stadthagen klingelt. Der Mann, der am Schreibtisch sitzt, meldet sich mit "Kinder- und Jugendtelefon, guten Tag". Seinen Namen sagt er nicht. Die Beratung ist völlig anonym - für beide Seiten.

Seit 2000 gibt es das Kinder- und Jugendtelefon (KJT) in Schaumburg: die Nummer gegen Kummer, unterhalten vom Kinderschutzbund Schaumburg, der in diesen Tagen 15 Jahre alt wird. Jungen und - in der Praxis vor allem - Mädchen, die zu Hause keinen Ansprechpartner haben und Rat suchen, können sich unter einer festen Nummer an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderschutzbundes wenden. "Oft rufen Mädchen mit Liebeskummer an", hat Georgia Hesse, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Schaumburg, erfahren. Andere häufige Themen sind Probleme mit den Eltern und Taschengeldfragen. "Nur selten rufen Jugendliche an, die wirklich gar nicht mehr weiter wissen." 25 Helfer teilen sich die Telefondienste, die das KJT täglich von 15 bis 18 Uhr anbietet. Die Zeiten werden so verteilt, dass jeder Mitarbeiter im Monat auf etwa drei Stunden Telefonzeit kommt. Voraus geht der ehrenamtlichen Tätigkeit eine Ausbildung, in der die Helfer in 80 bis 100 Stunden für ihre Aufgabe geschult werden. "Wir leisten keine psychologische Arbeit, sondern ganz handfeste Hilfe zur Selbsthilfe. Es ist wichtig, dass wir mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam eine Lösung erarbeiten und nicht sagen: Mach mal das und das." Am 7. November startet ein neuer Ausbildungskurs für ehrenamtliche Beraterinnen und Berater. Interessenten können sich bei Georgia Hesse unter (05722) 85546 oder per E-Mail an info@kinderschutzbund-schaumburg.de melden. Die "Nummer gegen Kummer", unter der sich Kinder und Jugendliche Rat holen können, lautet: (0800) 1 11 03 33. Der Anruf ist kostenlos und anonym.

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