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Regina Ackmann spielt Raritäten

Sonnige Orgeltöne

Obernkirchen. Ein sommerliches Konzert mit "sonnigen Orgeltönen" hat Kantorin Regina Ackmann ihren Hörern in der gut gefüllten Stiftskirche beschert und ist damit auf viel Echo gestoßen.

Autor:

Dietlind Beinssen

Die Solistin, deren Programme sich immer durch Besonderheiten auszeichnen, entwickelte zuerst behende die Passacaglia in E-Dur, "Sonnenhymnus", von Max Drischer (1891-1971) zu einem schillernden Panorama. Auf diese Weise geriet der stimmungsvoll komponierte Sonnenaufgang zu einem nachvollziehbaren, immer kräftiger werdenden Klangspiel. Anschließend kostete sie die duftigen Tontrauben vom sanft-beschwingten "A Song of Sunshine" des Alfred Hollins (1865-1942) genüsslich aus, um sich dann - im Wechsel von Temperament und Sensibilität - Bob Chilcotts (1955) ebenso lebhaftem wie kurzweiligen "Sun Dance" zuzuwenden, einem ursprünglich für Orgel und Orchester komponierten Stück. Filigran und effektvoll vermittelte Regina Ackmann später Camille Saint-Saëns (1837-1911) "Der Schwan" aus dem "Karneval der Tiere" und beleuchtete mit Feingefühl die Facetten der eher ruhigen, geschmeidigen "Wilden Rose", die von Edward MacDowells (1860-1908) stammt. Dank raffinierter Registerkombinationen und einer ausgefeilten Artikulation setzte die Interpretin darüber hinaus heiße und feingliedrige Rhythmen des schillernden "Afro-Cuban" geradezu plastisch in Szene und brachte die Anwesenden mit Johannes Matthias Michels (1962) Tribut an Leonard Bernstein sogar ein wenig in Wallung. Lyrisch und beseelt ging es in der nachfolgenden "Pastorale" von L.J.A. Lefébure-Wély (1817-1869) zu und temperamentvoller in Daniel Heinrichs variantenreich vorgetragenem Chachacha über "Du mein Seele, singe". Fazit: Ein angetanes Publikum freute sichüber die Begegnung mit diesen Raritäten und applaudierte so lange, bis Regina Ackmann den Chachacha wiederholte.

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