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Ausschuss für Einführen der Grundversorgung / Rat entscheidet heute / Vorteile beim Fördern vor Ort

"Sonderpädagogik": Grünes Licht für Grundschule

Eilsen/Heeßen (tw). Die Samtgemeinde soll zum Schuljahresbeginn 2006/2007 das Einführen der Sonderpädagogischen Grundversorgung an der Grundschule Heeßen beantragen. Diese Empfehlung hat der Schulausschuss bei seiner Zusammenkunft am Dienstagabend gegeben; das Votum der Politiker unter Vorsitz von Hannelore Stühm (SPD) fiel einstimmig aus. Heute wird der Samtgemeinderat darüber entscheiden.

Die Einführung soll stufenweise erfolgen: Für die Jahrgänge eins und zwei zum Schuljahresbeginn 2006/2007, für den Jahrgang drei 2007/2008 und für den Jahrgang vier 2008/2009. Grundlage für das Projekt ist das vierseitige Förderkonzept, das die Gesamtkonferenz der Grundschule Heeßen auf der Grundlage eines Erlasses des Niedersächsischen Kultusministers am 23. Februar 2006 beschlossen hat. Für jede einzelne Klasse soll es dabei zwei Stunden Förderunterricht pro Woche geben, den eine entsprechende Fachkraft erteilt. "Zwei Stunden Förderung - da habe ich zunächst gedacht: Das kann doch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein", erklärt Hannelore Stühm Aber: "Lehrkräfte, an deren Schulen es bereits eine Sonderpädagogische Grundversorgung gibt, haben mich davon überzeugt, dass das besser ist als gar nichts", so die Ausschusschefin. Rektor Joachim Preuß: "Tenor des - neuen - Erlasses aus dem Kultusministerium ist: Kinder sollen nicht zu früh aus der Regelschule heraus genommen, sondern möglichst frühzeitig und wohnortnah gefördert werden." Das Kollegium, das sich im Herbst 2005 von zwei Sonderpädagogen im Rahmen einer Dienstbesprechung vorOrt beraten ließ, habe die Neuerung zunächst "zurückhaltend" aufgenommen. Dann aber habe sich die Erkenntnis durchgesetzt: "Wir haben immer öfter Kinder in den Klassen, die eine Zusatzförderung brauchen - aber keine Kinder für eine Förder- respektive Sonder-schule sind." Vor dem Hintergrund sei es "sehr hilfreich", wenn ein entsprechener Fachkollege als ständiger Berater der Lehrer, aber auch der Eltern vor Ort sei. Ergo sei es (doch) gut, das Förderkonzept an der Grundschule Heeßen umzusetzen. Folgt der Schulträger dem Antrag der Gesamtkonferenz, würde das konkret bedeuten: Das Schuljahr 2006/2007 würde für die zwei ersten und zwei zweiten Klassen mit insgesamt acht Förderschullehrerstunden beginnen. Ob diese Stundenkontingente, aber darüber hinaus auch die für die weiterführenden Klassen, in denFolgejahren tatsächlich bereit stehen, soll auf einer Dienstbesprechung der Schulleiter am Mittwoch, 22. März, geklärt werden. Klar ist aber schon heute: "Hätten wir jetzt keinen Antrag gestellt", sagt Preuß, "wären wir mit Sicherheit gar nicht erst nicht dabei". Hannelore Stühm sieht das ähnlich. Ihr Fazit: "Ich freue mich, dass die Grundschule das Konzept umsetzen will und wir ihr dafür Grünes Licht geben." Es sei "prima", dass die Kinder fortan schon in Heeßen gefördert werden - "und nicht erst mit dem Bus irgendwo hinfahren müssen." Dadurch würden sie nichtausgegrenzt und blieben in ihrer jeweiligen Klasse. Übrigens: Auch die Zusammenarbeit von Schule und Kindergarten hat sich im Sinne eines fließenden Übergangs verbessert. So haben die dritten Klassen Patenschaften für Kinder im Vorschulalter übernommen. Dabei lesen die Drittklässler ihrem jeweiligen "Patenkind" vor, malen oder basteln mit ihm. Wird ihr Patenkind dann im Jahr darauf eingeschult, hat es in dem jeweiligen "Großen", der dann bereits die vierte Klasse besucht, einen Beschützer und Betreuer. Kurz: Das Miteinander nimmt den Kleinen einen Großteil der Angst vor dem Schulbesuch.

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