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Stadt hat keine Mittel für Sanierungsmaßnahmen / "Reiches" Nienstädt plant breitere Fahrbahn

Soll der Kuhkamp zur Einbahnstraße werden?

Vehlen (sig). Auf der Tagesordnung stand der Kuhkamp nicht, und dennoch rückte er in den Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ortsrates Vehlen. Hermann Kaps sprach den Zustand dieser Straße an, die von der B 65 zur Kläranlage und dann weiter in Richtung Achum führt und die Obernkirchen gern loswerden möchte.

Stadtdirektor Wilhelm Mevert sprach davon, dass diese Verbindung im Rahmen des "Grünen Planes" als landwirtschaftlich genutzter Weg ausgebaut worden sei. An eine andere Funktion sei niemals gedacht worden. Und heute ist das eine lebhaft befahrene Verbindungsstraße, auf der sich in jüngster Zeit auch zwei schwere Verkehrsunfälle ereignet haben. Das könne man nicht dem Zustand der Fahrbahn zuschreiben, meinte dazu der Verwaltungschef. Hier sei seiner Meinung nach einfach zu schnell gefahren worden. Problematisch seien die ausgefahrenen Randbereiche, die beim Begegnungsverkehr zum Ausweichen erforderlich sind. Mevert regte deshalb an, den Kuhkamp in eine Einbahnstraße umzuwandeln, und zwar so, dass Fahrzeuge von der Bundesstraße 65 zur Kläranlage abbiegen können. In diesem Fall gebe es dort künftig keinen Begegnungsverkehr mehr. Horst Lahmann von der SPD-Fraktion machte den Vorschlag, in ganzer Länge "Tempo 30" vorzuschreiben und durch Schilder darauf hinzuweisen, dass der Randstreifen nicht befahrbar ist. Kaum eine Chance gab Bürgermeister Horst Sassenberg der Idee, dass der Landkreis den Kuhkamp wegen seiner zunehmenden Verkehrsauslastung als überörtliche Verbindungsstraße anerkennen und zur Kreisstraße umfirmieren könnte. Eine entsprechende Anfrage der Samtgemeinde Nienstädt sei schon negativ beschieden worden, ergänzte der Stadtdirektor. Auch die Hoffnung, dass der Kreis eventuell Zuschüsse für einen Ausbau und die Verbreiterung der Fahrbahn gewähren könnte, wurde vom Bürgermeister als nicht realistisch eingeschätzt. Die Bergstadt ist angesichts ihrer finanziellen Lage auf diesem Feld nicht handlungsfähig - im Gegensatz zur Samtgemeinde Nienstädt. Von dort erfuhr Mevert, dass eine Verbreiterung der Fahrbahn auf 4,50 Meter Breite bis zur Gemarkungsgrenze in Höhe der Straßenbrücke geplant sei. Für diese 695 Meter lange Teilstrecke sollen rund 150 000 Euro eingeplant sein. Die Bergstadt müsste für ihren Bereich nach Aussage des Stadtdirektors 280 000 Euro aufwenden. "Das ist für Obernkirchen, das im vergangenen Jahr insgesamt 124 000 Euro für die Reparatur von eigenen Straßen ausgegeben hat, völlig unmöglich", pflichtete Martin Schulze-Elvert (CDU) dem Verwaltungschef bei. Anschließend wurden noch einige andere Vorschläge diskutiert, wie zum Beispiel die Beschränkung des Kuhkamps ausschließlich auf den Anliegerverkehr. Das müsste dann - zumindest von Zeit zu Zeit - polizeilich überwacht werden. Mit dieser Anregung dürfte das Problem aber auch kaum gelöst werden. Ortsbürgermeister Werner Harder schlug vor, alle möglichen Ideen zu sammeln, auf die Machbarkeit zu überprüfen und erst dann Entscheidungen herbeizuführen. In einem war sich der Ortsrat jedoch von Beginn an einig: Die gröbsten "Untiefen" neben der Fahrbahn sollten zunächst einmal gefüllt und beseitigt werden. Hermann Kaps wies in diesem Zusammenhang auf die Verkehrssicherungspflicht des Straßenbauträgers hin. Und das ist in diesem Fall die Bergstadt.

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