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So leiden die Kinder in Japan

Von dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan sind auch sehr viele Kinder betroffen. Sie haben alles verloren: ihr Zuhause und manchmal sogar ihre Familie und ihre Freunde. Hilfsorganisationen berichten von Obdachlosen, herumirrenden Kindern. Das Leid der Kleinsten in den japanischen Katastrophengebieten ist unermesslich.

Nach Schätzungen sind mehrere 10 000 Kinder obdachlos, sie haben kein Zuhause mehr. Viele wurden von ihren Eltern getrennt. Wie viele es sind, ist noch unklar. „Vor allem die jüngeren Kinder zittern bei jedem Nachbeben vor Angst und verkriechen sich weinend“, sagt Caelina Maurer, die ein Heim in Japan leitet.

Ein Mädchen aus Japan hält ihren Teddybär fest. Foto: dpa

Die Kinder stehen unter Schock, frieren bei Minusgraden in der Nacht und sind total entkräftet. Aber das Schlimmste ist, dass viele nicht wissen, ob ihre Eltern die Katastrophe überlebt haben oder nicht. Die obdachlosen Mädchen und Jungen haben oft nichts anderes als ein Stück Pappe, müssen die eiskalten Nächte im Freien verbringen. Sie brauchen schnellstens Hilfe. Um den Kindern zu helfen, soll es spezielle Zentren geben, in denen sie betreut werden und mit anderen Kindern spielen können. Viele haben Schlimmes erlebt. Sie mussten mit ansehen, wie Häuser einstürzten oder die Flutwelle ganze Straßen zerstörte. Ihre Lage ist verzweifelt, es fehlt ihnen an allem – von Trinkwasser und Nahrung über Decken bis hin zu Windeln. Zudem sehen Experten besondere große Gesundheitsgefahren für Kinder durch die sogenannte radioaktive Strahlung, die aus den kaputten Atomkraftwerken austritt. Denn die Körper von Kindern nehmen radioaktive Stoffe schneller auf. Und weil Kinder noch wachsen, lagert sich der radioaktive Stoff Strontium in ihren Knochen ab. Es könne – je nach Dauer und Stärke der Aufnahme – zu Störungen im Blut kommen, die Herstellung von Knochenzellen werde vermindert, es könnte sich Krebs bilden, sagen Experten. Auch die Gefahr von Schilddrüsenkrebs ist dem Experten zufolge bei Kindern viel größer als bei Erwachsenen.

Viele Eltern erzählen ihren Kindern daher bewusst gar nichts von der schlimmen atomaren Katastrophe in ihrem Land. Um vor den Strahlen wenigstens ein bisschen geschütz zu sein, werden in Japan Jodtabletten verteilt. Bei der Verteilung müssten aber immer zuerst die Kinder drankommen, sagen Experten. Denn die Aufnahme von Radioaktivität kann dadurch verringert werden.

Schwangere müssten im Katastrophengebiet besonders vorsichtig sein, denn für ihre ungeborenen Kinder sei die Gefahr „extrem ausgeprägt“. Sollte eine noch größere Massenevakuierung nötig werden, müsste man Kinder und Schwangere zuerst wegbringen. cal

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