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Was die Dewezet in der großen Sommerserie „Hier leben wir!“ plant – und wie Sie mitmachen können

So lebt’s sich in Hameln und seinen Stadtteilen

Von Birte Hansen

Für die große Sommerserie „Hier leben wir!“ ist die Dewezet in Hamelns „Stadtteilen“ unterwegs, spricht mit den Menschen vor Ort und stellt an sieben Samstagen jeden Bereich im Porträt vor. Wir wollen wissen: Wie lebt es sich in Ihrem Stadtteil und was macht das Leben dort besonders, welches sind die schönsten Ecken, welches die Makel.

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Von Birte Hansen

Hameln. Im Klütviertel – da wohnen die Reichen. Und in der Südstadt viele Ausländer – so viel wissen Hamelner über den Bereich entlang der Kaiserstraße zu sagen. Dass die Südstadt zumindest gemäß den statistischen Bezirken der Verwaltung aber noch viel weiter in den Süden des Stadtgebietes hineinreicht, ist nicht unbedingt im Bewusstsein verankert.

In „Wehl“ liegen derweil die Toten, obwohl es am nördlichsten Rand der Kernstadt auch etwa 3900 Lebende gibt, und eigentlich gibt’s „Wehl“ gar nicht, sondern die meisten sprechen von der „Nordstadt“, die den Bereich Wehl umfasst. Kurzum: Hameln hat, anders als Großstädte wie Berlin, Hannover oder Hamburg, keine eigenständigen Stadtteile, denen sich die Menschen zwingend verbunden fühlen und über die sie sich definieren, und trotzdem fühlt sich das Leben westlich der Weser anders an als rund um den Basberg.

Dass man nie das Ufer wechseln würde, ist für viele Hamelner ungeschriebenes Gesetz – einmal Klütviertler, immer Klütviertler, einmal am Schöt, immer am Schöt. Doch wie lebt es sich dort? Und was macht die Atmosphäre in der Südstadt aus? Was sagen die Hamelner, die am Basberg wohnen, über ihre Lebenswelt, und wo treffen sich die Menschen, die in „Mitte“ leben?

So facettenreich ist Hameln: Ob Nord, Süd, Ost oder West –
  • So facettenreich ist Hameln: Ob Nord, Süd, Ost oder West – die Dewezet kommt im Rahmen ihrer neuen Serie in alle Stadtteile. Montage: Dana

Für die große Sommerserie „Hier leben wir!“ ist die Dewezet in Hamelns „Stadtteilen“ unterwegs, spricht mit den Menschen vor Ort und stellt an sieben Samstagen jeden Bereich im Porträt vor. Wir wollen wissen: Wie lebt es sich in Ihrem Stadtteil und was macht das Leben dort besonders, welches sind die schönsten Ecken, welches die Makel. Erste Hürde: Wenn Hameln keine Stadtteile hat – wo sind denn die Grenzen?

Die Grenzen sind vor allem gefühlt in den Menschen, gewachsen aus der Historie sowie aufgrund topografischer Begebenheiten oder städteplanerischer Überlegungen und je nach Bedarf in verschiedenen Abteilungen der Verwaltung festgelegt. Neben Wahl- oder Schulbezirken und Nahversorgungskonzepten werden die statistischen Bezirke herangezogen, die im Fachbereich Planen und Bauen zum Einsatz kommen.

Die offizielle Karte, die im Internet veröffentlicht ist, unterscheidet sieben Bereiche der Kernstadt: Nord, Ost, Süd, West, Mitte, Altstadt und Wangelist. Für sie werden Daten über Einwohnerzahlen, Altersstruktur der Bevölkerung und Ausländeranteil erhoben. Allerdings: Die scheinbar willkürlich gezogenen Grenzen haben mit den Empfindungen der Menschen, die dort wohnen, an mehreren Stellen nur wenig zu tun. „Es war schwierig, sich auf Grenzen zu einigen“, sagt Städteplaner und Fachbereichsleiter Wolfgang Kaiser. Er und seine Mitarbeiterin Monika Blaschke wissen, dass sich etwa die Menschen an der Königstraße zur Südstadt und nicht zu Mitte zählen, oder dass die Bewohner am Wehler Platz schon „Nord“ sind und nicht Mitte. Und dass es gefühlt eben kein „Wehl“ gibt, sondern nur Nord. „Wehl sind die Toten“, sagt Kaiser, der fast jeden Winkel der Stadt kennt. Für die Dewezet-Serie und für Sie als Leser wichtig: Wenn der Redakteur, der „Nord“ erkundet, nach „Nord“ kommt, sind alle eingeladen, sich mit ihm zu unterhalten, die sich „Nord“ fühlen. Denn wir orientieren uns zwar an den statistischen Bezirken, wollen aber Sie in Ihrem gefühlten Stadtteil verstehen und vorstellen.

Dass Hameln keine Stadtteile hat, mögen manche bedauerlich finden, andere nicht. Beides habe Vor- und Nachteile, sagt Kaiser, und seine Mitarbeiterin Monika Blaschke ergänzt: „Hameln ist eigentlich zu groß, um keine zu haben und zu klein, um welche zu haben.“ Rund 59 000 Einwohner leben in der Stadt samt der neun Ortschaften Afferde, Klein Berkel, Sünteltal, Tündern, Halvestorf, Hastenbeck, Haverbeck, Hilligsfeld und Wehrbergen. Auch Rohrsen wird zu den Ortschaften gezählt. In der Kernstadt leben etwa zwei Drittel der Menschen. Während in allen Ortsteilen außer in Rohrsen Ortsbürgermeister und Ortsräte gewählt sind, gibt es entsprechende Gremien nicht für die statistischen Bezirke, obwohl in ihnen teils erheblich mehr Menschen leben als in den Ortsteilen.

Zum Vergleich: In Haverbeck sind es 877, in der Altstadt mehr als doppelt so viele: 2111. Im Ortsteil Afferde leben 5510 und im Stadtbezirk West immerhin auch 5272. Der Bezirk mit den meisten Einwohnern ist Mitte mit 10 778. Der einstige Oberstadtdirektor Werner Lichtenberg habe richtige Stadtbezirke gewollt, erinnert sich Kaiser an seinen ehemaligen Vorgesetzten, der von 1992 bis 1998 im Amt war. Doch dessen Idee, dass sich damit eine bessere Bürgerbeteiligung erreichen ließe, wurde vom Rat nicht geteilt. Nachteil einer stärkeren Unterteilung: Mehr Bürokratie, höhere Kosten.

In Zeiten, in denen andernorts über die Abschaffung von Ortsräten diskutiert wird, schiene eine kleinteiligere Verwaltung Hamelns den Fusionstendenzen allerorts zuwiderzulaufen. Dafür wiederum spräche, dass sich in festgelegten Bezirken ein stärkeres Wir-Gefühl entwickeln könnte, meint Kaiser. So aber müssen die Menschen das Heft in ihren Stadtteilen selbst in die Hand nehmen, um ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erreichen. Und vielleicht trägt ja auch die Dewezet-Serie „Hier leben wir!“ ihren Teil dazu bei. Alles Wissenswerte zur Serie, die mit einem Quiz begleitet wird, gibt es im Internet auf Wesio und unter www.dewezet.de

An den folgenden Freitagen ist die Dewezet in den Stadtteilen unterwegs. Exakte Orts- und Zeitangaben folgen:

  • Mitte: Freitag, 18. Juni

  • Altstadt: Freitag, 25. Juni

  • Wehl/Nord: Freitag, 2. Juli

  • Ost: Freitag, 9. Juli

  • Süd: Freitag, 16. Juli

  • West: Freitag, 23. Juli

  • Wangelist: Freitag, 30. Juli

In der nächsten Samstagsausgabe stellen wir die Redakteure vor, die zu Ihnen kommen werden.

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