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863 Spender kommen - DKMS voll des Lobes für "Bückeburg - eine Stadt lässt ich typisieren"

"So etwas wie hier erleben wir selten"

Bückeburg (rc). Bückeburg - eine Stadt lässt sich typisieren" ist zu einem Riesenerfolg geworden: Exakt 863 Menschen ließen sich am Sonnabend im Palais fünf Milliliter Blut abzapfen. Damit ist das die größte Typisierungsaktion, di e je im Landkreis stattgefunden hat.

Kurz nach 11 drängten sich die Spender in dichten Scharen im Pal

Der erste Spender kam bereits um 10.15 Uhr, obwohl die Aktion erst um 11 Uhr losging. Um 11 Uhr war dann kaum noch ein Durchkommen, in d er ersten halben Stunde ließen sich über 100 typisieren. Danach ebbte der Ansturm etwas ab, bis 16 Uhr war dennoch ein ständiges Kommen und Gehen. Auffallend war, das sich besonders viele Jugendliche und junge Erwachsene beteiligten. Schüler des Adolfinums etwa hatten sich verabredet und kamen in Gruppen, die Erste Herren des VfL war fast komplett vertreten, spendete noch diverse Scheine aus der Mannschaftskasse, das Bürgerbataillon rückte mit 35 Mann an. "Wir haben feuchte Hände und eine Gänsehaut bekommen", freute sich die Initiativgruppe mit Angela Hagel, Prof. Dr. Heinrich Bodenstein und Blindow-Schulleiter Rüdiger Maxin, in dessen Räumlichkeiten die Aktion vorbildlich organisiert über die Bühne ging. "Es ist einfach unfassbar und wunderbar, wir danken allen,die mitgemacht haben." Hauptinitiator Jürgen Harmening, der während der Vorbereitung einen Rückfall erlitten und derzeit im Klinikum Minden mit einer erneuten Chemotherapie gegen die Leukämie kämpft, ließ sich per Handy über den Stand der Dinge unterrichten. "Mein Mann ist völlig gerührt, er wäre so gerne dabei gewesen", ließer über seine Ehefrau Ruth ausrichten. Und sagte in einem ausgelegten Grußwort: "Das hohe Maß an Solidarität aus der gesamten Region veranlasst mich, bei allen Spendern, Helfern, dem Aktionsteam und dem Fürstenpaar als Schirmherr herzlichen Dank zu sagen." Fürst Alexander war wegen einer Erkrankung seiner Frau Nadja Anna allerdings allein in Palais gekommen. Auch er ließ sich über den Stand der Dinge unterrichten, bedankte sich bei allen Spendern und Helfern. "Hier zeigen ganz viele Menschen ganz viel Herz, indem sie helfen." Auch er sei bereits mit einer Aktion für den kleinen Schaumburger Leon in Sachen Typisierung aktiv gewesen, wisse um die Sorgen und Nöte Erkrankter und ihrer Angehörigen. Die rund 140 Helfer, an ihrer Spitze das DRK mit allein 70 Mann und Frau hoch, dazu fast alle Bückeburger Ärzte und Freiwillige, leisteten vorbildliche Arbeit. Von der Erfassung der Spenderdaten über die Abnahme des Blutes bis hin zu Kinderbetreuung und Versorgung mit Kaffee, Brötchen und Kuchen lief alles reibungslos. Und als es kurz nach Schluss hieß, es würden noch zwölf Mann zum Tische schleppen gebraucht, war auch diese Aufgabe in Windeseile erledigt. So gut wie alle Spender wurden von Angela Hagel vom Initiativteam persönlich begrüßt und eingewiesen, wie es nun weitergeht. Alle Spender konnten sich über "Rundumbetreu- ung" freuen. Auch der Spendenfluss ebbte nicht ab. In den aufgestellten Boxen und Sparschweinen kamen noch einmal 3034,56 Euro zusammen. Die gleichzeitig im Rathaussaal tagende Kreisjägerschaft steuerte noch einmal 1300 Euro und etliche Jäger bei, die sich noch kurzfristig typisieren ließen. Damit dürfte die 50 000-Euro-Grenze gesprengt worden sein, also noch Geldübrig bleiben. Sing-Lung Liu, von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei verantwortlich für die Aktion, bezeichnete die Bückeburger abschließend als "Supererfolg: So etwas wie hier erlebt man selten." Das soll was heißen, denn schließlich begleitet die DKMS jährlich um die 400 Typisierungsaktionen.

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