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Aber Margaretha Adam ist auf dem besten Wege dazu / Hundertjährige mäht noch Rasen / Optimismus nie verloren

So alt wie Johannes Heesters möchte sie nicht werden

Bad Eilsen (sig). Keinen Stuhl und auch keinen Rollator benötigte Margaretha Adam, um die Vielzahl der Gäste zu begrüßen, die ihr jetzt zum 100. Geburtstag gratulierten. Kerzengerade und gut gelaunt nahm sie die Glückwünsche und Geschenke entgegen - fast so, als wenn sie vor einer Klasse stehen würde, wie so viele Jahrzehnte ihres Lebens.

Auch mit 100 Jahren noch bemerkenswert gesund und munter: Margar

Fast ein wenig ungläubig verfolgte mancher Augenzeuge, wie souverän die Hundertjährige die lange Prozedur überstand, wie sie zuhörte und auf alle Gratulanten einging. Einhellige Meinung: In dieser körperlichen und geistigen Frische möchte wohl jeder dieses immer noch ungewöhnliche Alter erreichen. Schwiegersohn Dr. Willi Dreves, auf dessen weihnachtlich geschmückter Diele die Geburtstagsfeier stattfand, hielt eine beeindruckende Laudatio. Er erinnerte daran, dass 1908 der Satiriker Wilhelm Busch gestorben ist. Ebenso Oskar Schindler, der deutsche Industrielle, der eine Vielzahl von Juden vor der Ermordung rettete. 1908 war es auch, als der Ehemann der Jubilarin als 25. Radiohörer in Bückeburg registriert wurde. Wer keine Zeit hat,älter zu werden, der wird es auch nicht. So habe ihm seine Schwiegermutter mal gesagt, berichtete der Laudator. Freude am Leben sei die beste Voraussetzung für eine so lange Verweildauer auf der Erde. Und letztlich sei sie erst dann richtig zufrieden, wenn sie ihrer jüngsten Tochter einen Platz im Altersheim besorgt habe. Sie selbst aber wohnt noch in eigenen Bungalow und lässt sich nicht davon abhalten, im Sommer ihren Rasen zu mähen! Willi Dreves bewundert an seiner Schwiegermutter, dass sie trotz aller Härten des Lebens immer Optimismus verbreitet habe. Sie sei auch unverändert geblieben in ihrer Zuverlässigkeit, in der Fürsorge für ihre Familie und in der Zuwendung für ihre Freunde. Denn wer keine Zeit für seine Freunde hat, der habe auch keine Freunde, wenn er mal Zeit habe. Zu den vielen Gästen, die der früheren Lehrerin an der Kleinenbremer Schule gratulierten, gehörten auch Schülerinnen, die sich dankbar ihrer erinnerten. Außerdem Samtgemeinde-Bürgermeister Bernd Schönemann und die stellvertretende Landrätin Helma Hartmann-Grolm. Sie überbrachte Glückwünsche des Landrates und des Ministerpräsidenten. So alt wie Johannes Heesters möchte sie nicht mehr werden, meinte Margarethe Adam, verschmitzt lächelnd. - Glauben wollte ihr das niemand.

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