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Fußball-Eklat zwischen TuS Apelern und VfB Rinteln wird vor dem Landgericht verhandelt

Skandalspiel: Setzte es Backpfeife oder nicht?

Apelern/Bückeburg (ly). Das Skandalspiel vom Mai 2007 zwischen dem TuS Apelern und dem VfB Rinteln erfährt eine weitere Verlängerung. Am Bückeburger Landgericht hat die Berufungsverhandlung begonnen um die unfair geführte Partie, die nach einer Attacke und Drohungen gegen den Schiedsrichter und einen Assistenten abgebrochen worden war.

Eine erste Verlängerung hatte es im Herbst vor dem Amtsgericht Stadthagen gegeben. In der ersten Instanz war der ehemalige Kicker des TuS Apelern wegen Körperverletzung und Beleidigung zu 2520 Euro Geldstrafe verurteilt worden, umgerechnet 70 Tagessätze. Er ging in Berufung. Auch in der geht es um böse Fouls,die der zwischenzeitlich vom Spielbetrieb ausgeschlossene Spieler (30) begangen haben soll. Bereits früh war der TuS Apelern an jenem 1. Mai 2007 in der 3. Kreisklasse gegen den VfB Rinteln in Rückstand geraten. In der 84. Minute lagen die Gastgeber mit 1:4 aussichtslos hinten. Die Schuld gaben Spieler und aufgebrachte Apelerner Zuschauer den Unparteiischen, die sich Einiges anhören mussten. Dann der Eklat: Nachdem der Schiri Foulspiel eines offensiven TuS-Mittelfeldmannes gepfiffen hatte, soll dieser zunächst verbal ("Noch parteiischer kann man nicht pfeifen") reagiert und dem Referee schließlich eine Backpfeife verpasst haben, als dieser die rote Karte gezückt hatte. Dem Linienrichter wollte der Kicker angeblich die Fahne in den Allerwertesten stecken, wobei sich dieser vulgärer ausgedrückt haben soll. Es kam zu Rudelbildung auf dem Platz, schließlich zum Spielabbruch. Danach fürchteten die Unparteiischen offenbar um ihr Leben. Sie schlossen sich in der Kabine ein, riefen über Handy die Polizei. Vor dem Gebäude sollen zuvor noch Fußballschuhe geflogen sein. Ein besonnener TuS-Funktionär leitete später eine interne Befragung ein, um die Ehre des Apelerner Vereins wieder herzustellen. Ergebnis: Die Ohrfeige soll eszwar nicht gegeben haben. Sportgericht und Verein verhängten dennoch diverse Strafen. Das Gericht muss nun klären: Hat der Spieler aus Apelern den Schiri geohrfeigt, wie es in der Anklageschrift heißt und der Unüarteiische versichert? Oder hat er ihn bloß "getätschelt", wie es mehrere Zeugen meinen? Oder wurde der Schiedsrichter gar nicht angerührt? Die Aussagen gehen da etwas auseinander. Und der Angeklagte schweigt. Nach der Erinnerung des 19 Jahre alten Schiedsrichters , der so etwas noch nicht erlebt hatte und vor Gericht als Nebenkläger auftritt, hat ein TuS-Verantwortlicher dazu beigetragen, dass sich die ohnehin gereizte Stimmung weiter auflud. "Es wundert mich, dass sie auf ihre Leute nicht viel mehr mäßigend eingewirkt haben", musste sich der Funktionär dafür von Richter Friedrich von Oertzen anhören. Zwei Gerichte hat das Spiel nun beschäftigt. Verteidiger Volkmar Wissgott findet den Umfang dieses Verfahrens schlicht "absurd". Auch die beiden Schöffen von Oertzens hätten "Unverständnis ge äußert", so der Vorsitzende.

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