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Sind Sie eine Eule oder eine Lerche?

Hameln. Langes Gesicht am Frühstückstisch, vom kleinsten Geräusch genervt und wehe dem, der ihn vor 14 Uhr anspricht. Gegenüber trällert schon in bester Laune die Partnerin, quasselt ausgeschlafen und kann es gar nicht erwarten, endlich loszulegen mit dem Tag. Willkommen in der Welt, in der „Eule“ und „Lerche“ schonungslos aufeinanderprallen. Diese Vögel stehen Pate bei der Einteilung der Menschen in das eine oder andere Lager, gemessen an ihrem natürlichen, dem biologischen, Rhythmus. Und – was sind Sie?

Eulen + Lerchen

Zu welchem der sogenannten Chronotypen (chronos ist griechisch und heißt Uhr) jemand zählt, hängt von mehreren Faktoren ab. Zwar können die meisten Menschen wohl ohne lange zu überlegen sagen, wie ihre innere Uhr tickt und ob sie Eule oder Lerche sind – aber genau hinzusehen und die trennenden und leicht Streit verursachenden Unterschiede zu verstehen, könnte für Entspannung im täglichen Umgang miteinander sorgen.

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) hat am Institut für Medizinische Psychologie unter der Leitung von Professor Till Roenneberg einen Fragebogen entwickelt, der schnell ausgefüllt ist, prompt eine Analyse samt Erklärungen E-Mail liefert und Tipps gibt, wie der Teilnehmer sein Verhalten mit dem eigenen Biorhythmus in Einklang bringen könnte. Neben anderen Faktoren spielt vor allem Schlafmangel eine entscheidende Rolle dabei, wie stark die innere von der äußeren Uhr abweicht. Im Idealfall könnte jeder Mensch seinem Biorhythmus entsprechend seinen Tag strukturieren – den meisten dürfte das, wenn überhaupt, wohl nur im Urlaub vergönnt sein.

Anbei finden Sie einen Link zu dem Fragebogen der Universität, den rund 25 000 Männer und Frauen schon ausgefüllt haben. Hier finden Sie einige Fragen zum Antesten und Einschätzen, was Sie online erwartet:

  • Wann gehen Sie abends ins Bett? (werktags/im Urlaub)
  • Wann sind Sie dann auch bereit, einzuschlafen?
  • Wachen Sie mit Wecker auf oder ohne?
  • Wie viele Gläser Wein trinken Sie durchschnittlich pro Woche?
  • Wie viel Kaffee trinken Sie pro Woche?
  • Fahren Sie zur Arbeit in einem offenen oder geschlossenen Auto?
  • Wie flexibel sind Ihre Arbeitszeiten?

Nach der Auswertung der Fragen werden die Teilnehmer als Chronotyp eingeordnet in eine von sieben Kategorien, von extremem Frühtyp über Normaltyp bis zum extremen Spättyp. Der Großteil der Bevölkerung zählt zu den „leichten Frühtypen“ (etwa 16 Prozent). Zu den extremen Lerchen auf der einen und den extremen Eulen auf der anderen Seite zählen jeweils nur knapp über 0 Prozent. Wer merkt, dass seine Gewohnheiten stark von der inneren Uhr abweichen, kann beispielsweise durch längeren Aufenthalt im Freien gegensteuern. Oder ein Langschläfer, der am Ende herausbekommt, was er schon immer wusste, nämlich dass er eine ausgewachsene Eule ist und dafür immer von den Lerchen eine gezwitschert bekommt, hält es letztlich wie der Erdenker des Satzes: „Der frühe Vogel kann mich mal!“

Von Birte Hansen

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