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Junge Adolfiner begeistern mit Erich-Kästner-Szenen

Siebtklässler überzeugen mit Humor und Parodie

Kurzweilige Szenenfolge: Der Wahlpflichkurs "Darstellendes Spiel" macht Erich Kästner Ehre. Foto: bus Bückeburg (vhs). Kinder schmökern in Kästner-Büchern. Lena Lichtenberg liest aus dem "Doppelten Lottchen". Plötzlich stehen Julia Rohlwing und Jennifer Panske als Zwillingsschwestern auf der Bühne und führen durch den Kästner-Abend des Wahlpflichkurses "Darstellendes Spiel". Am Ende der kurzweiligen Szenenfolge wollen einige der begeisterten Gäste gar nicht glauben, dass sie es mit Siebtklässlern zu tun haben.

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Max Kneller erinnerte sprachgewandt daran, dass Kästner der sächsischen Mundart nicht abhold war. Bei der von Pia Schwarze vorgetragenen "Ballade vom Nachahmungstrieb" gab es weniger zu lachen. Den Schrecknissen der Gegenwart ähnlich, spielen Kinder eine Hinrichtung und tönen am Ende: "Wir haben es nur wie die Erwachsenen gemacht." Was die "Entwicklung der Menschheit" anbelangt, war Kästner nicht sehr zuversichtlich. Affentheater im Büro, das bereitete den Akteuren besondere Freude. Marvin Wiebkes Auftritt als geretteter Selbstmörder gehörte zu den Höhepunkten des Abends. "Ich mag nicht mehr, weil ich nicht mag", donnert er der blöd blökenden Menge entgegen. Nachdenklich stimmten auch die Variationen auf die "Sachliche Romanze". Nora Fischer wusste den Text originell zu akzentuieren, so dass nach Marlies Weißbrich und Dorian Klatt auch die gleichgeschlechtlichen Paare (Max Kneller und Lennart Meyer sowie Luisa Russman und Anika Everding) der Aufmerksamkeit des Publikums sicher sein konnten. Zum "Marschliedchen" paradierte eine SA-Formation unter Anika Everdings Knute, zu Goethes "Kennst du das Land ..." (Lars Everding) lieferte Kästner eine Parodie, die Felix Becker als Lehrer Hetler in seinen unheilvollen Unterricht einzubauen wusste. So wurde ein Bogen gespannt von den berühmten Kinderbüchern bis zu den politischen Gedichten. Das bekannte "Eisenbahngleichnis" mutete dagegen eher philosophisch an. Textauswahl, Moderationsdichtung und Regie dieser Aufführungen lagen in den Händen von Volkmar Heuer-Strathmann. In weiteren Rollen trugen Bennet Heine, Leonard Meier, Isabell Tappe, Maurice Urban, Medina Hennen, Arne Grimmig, Vanessa Klöpper, Nadine Müller und Sören Raschke zum Erfolg des Abends bei, insbesondere durch chorische Szenen wie die Bahnfahrt ins Ungewisse.

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