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Fotografin Carla Hürzeler setzt Farben bewusst sehr spärlich ein / Ausstellung zeigt ihre Bilder

Sie will den Blick für das Wesentliche schärfen

Deitlevsen (ubo). Großformatige Bilder schmücken die Wohnung von Carla Hürzeler. Es sind Bilder die auf den ersten Blick verwirren – zum Teil aufgrund ihrer Abstraktheit oder auch der abgebildeten Gegensätze. Erst auf den zweiten Blick fällt dem Betrachter auf, dass die Farben zurückgenommen wurden. „Ich komme aus der Schwarzweißfotografie. Dabei lernt man, die Dinge ohne Farbe auf das Wesentliche zu konzentrieren“, erklärt die Fotografin. Wie zum Beweis zeigt sie Bilder ihres Besuches in New York, die die Gegensätze der Stadt mit zurückhaltenden Farben schildern.

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Ihre erste Kamera erhielt Carla Hürzeler mit 17 Jahren, eine Pentax. „Da habe ich meine Leidenschaft entdeckt“, blickt sie zurück. Später bekam sie eine Nikon F 2 leihweise von einem guten Freund, mit der die sie sehr lange arbeitete. „Die F 2 habe ich erst vor kurzem wieder zurück gegeben“, schmunzelt sie. Die Schwarzweißbilder entwickelte sie selbst und zog sie auch selbst ab. Die Schwarzweißfotografie begründet sie mit dem Zitat von Laotse: „Farbenpracht blendet das Auge“, und das sei die Grundlage ihres heutigen Stils: Bilder mit weniger Farbe und mehr Aussage.

Übliche Bilder nahm sie nicht auf. „Sonnenuntergänge habe ich mir abgewöhnt. Ich muss nicht noch mehr Bilder von Motiven machen, die schon millionenfach existieren“, begründet sie ihre Fotos, die dennoch eine große Bandbreite zeigen. Mehrere Besuche und Reisen in den USA, Straßenfotografie und Landschaften. Mittlerweile arbeitet sie digital. „Seit fünf Jahren lebe ich in Deitlevsen und habe mich hier hauptsächlich auf Landschaft und ihre Stimmungen konzentriert, Blätter, Steine und die Dunkelheit“, sagt sie. Und führt ihre weitere Arbeitsweise aus. „Ich nehme die Bilder im Rohformat (RAW) auf, das mir bei der Bearbeitung große Freiheiten lässt. Von den rund 50 Bildern einer Tour wird eine Vorauswahl getroffen. Die besten Bilder werden anschließend am Computer mit einem speziellen Programm bearbeitet. Zwölf verschiedene Farben sowie die Sättigung, das Leuchten der Farben, der Kontrast und vieles mehr werden genau auf das Bild abgestimmt, das in einem kreativen Prozess langsam in ihrem Kopf entsteht. Dabei werden die Farben bewusst zurückgenommen. „Das ist mein Fotolabor“, lacht sie. Am Ende entstehen Bilder, die den Blick auf das Wesentliche nicht durch die Farben verdecken. Hin und wieder ist es auch nötig, die Farben eines Bildes zu verstärken.

So zeigen die Bilder der Ausstellung die Brücke von Daspe, eine Landstraße mit Äpfeln, die Emmer-, Weser- und Hügellandschaften und auch „politische“ Bilder wie das Kraftwerk und Windräder. „Der Betrachter soll ein Bild unserer Landschaft haben“, beschreibt Carla Hürzeler ihre Aufnahmen.

Die Ausstellung ist vom 12. bis zum 29. Januar montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr und montags von 14.30 bis 17.30 Uhr im Foyer de Rathauses zu sehen.

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