weather-image
26°
"Fahrradservice" von Job-Center und Volkshochschule feiert "Jubiläumsrad" / ALG II-Empfänger in Werkstatt tätig

Selbstgemaltes Kennzeichen: SHG-VHS 100 ist fertig

Stadthagen (bes). Seit 15 Monaten machen junge Arbeitslosengeld II-Empfänger Fahrräder verkehrstauglich. Jetzt erhielt das 100. Zweirad im "Fahrradservice" die Zulassung für den Straßenverkehr.

Machen das 100. Fahrrad im "Fahrradservice" verkehrstauglich: De

Die Luft riecht nach Gummi, an der Wand steht ein großes Holzregal mit Werkzeugkästen und in der Ecke ziehen zwei Jugendliche im Blaumann an einem Mountainbike die Schrauben fest. Andere sind damit beschäftigt, Schraubenschlüssel zu sortieren und die Werkstatt aufzuräumen. Denn die 25 Mitarbeiter des "Fahrradservices" haben nach Feierabend etwaszu feiern: Sie haben das 100. Zweirad verkehrstauglich gemacht. Und das Jubiläumsrad erhielt auch ein selbstgemaltes Kennzeichen: SHG-VHS 100. Seit dem 1. August 2007 haben insgesamt 60 Arbeitslose bis 25 Jahre die Möglichkeit genutzt, an der Maßnahme "Fahrradservice" des Job-Centers und der Volkshochschule Schaumburg (VHS) teilzunehmen. Seitdem reparieren maximal 25 ALG II-Empfänger Fahrräder, die von den Betriebshöfen Schaumburgs oder Privatpersonen in der Werkstatt abgegeben werden. Nach der Überholung werden die Zweiräder von einem technischen Berater abgenommen und an andere Menschen verliehen, die ALG II empfangen. Bisher seien 87 Fahrräder ausgegeben und nur eins beanstandet worden, erzählt Hans-Cord Völxen, Fachbereichsleiter der VHS. Dies sei für ihn ein Zeichen hoher Qualität. Die Jugendlichen arbeiten 30 Stunden pro Woche in der Werkstatt, wo ihnen Theorie und Praxis beigebracht werden. "Wenn man länger in der Maßnahme ist, kann man auch ohne Hilfe alle Handgriff," erklärt der 21-Jährige Daniel Stepputtis. In der Anfangszeit sei es aber noch schwer, besonders bei der Verkabelung der Lichter. Zusätzlich zu der Arbeit im "Fahrradservice" erhalten die Mitarbeiter an einem Tag in der Woche auch ein Bewerbungstraining und Hilfe bei der Zukunftsplanung. Das Projekt habe das Ziel, junge Menschen in ihrer Persönlichkeit weiter zu entwickeln und an das Arbeitsleben heranzuführen, erklärt Michael Stemme, Geschäftsführer des Job-Centers Schaumburg. "Der Vorteil ist, dass es ein abgerundetes Konzept von den Menschen für die Menschen, die sich in der Grundsicherung befinden, ist", betont er. Und den heimischen Unternehmen entstünde durch die Arbeit kein Schaden, denn die Teile für die Reparatur würden sowohl im Großhandel als auch im Schaumburger Einzelhandel gekauft werden, machen Stemme und Völxen deutlich. Von der Arbeit des "Fahrradservice" profitiert auch Sandra Lübbers. Das Job-Center habe ihr am Mittwoch einen Fahrradgutschein gegeben, den sie gleich einlösen wolle. Die Idee finde sie toll, erklärt Lübbers. Die Maßnahme der Fahrradwerkstatt ist nach derzeitigem Stand bis zum 31. Juli 2009 gesichert. "Wir hoffen und wünschen, wie wir durch unsere gute Arbeit zeigen, dass wir die Sache weiter fortsetzen können", erklärt Völxen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare