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Jugendmusikschule steht „mit dem Rücken an der Wand“ / Stadt und Kreis laden zu Gespräch ein

Seidel fordert Hilfe von Politik und Verwaltung

Bad Münder (jhr). Vollmundige Ankündigungen und Schulterklopfen auf der einen Seite, drastische Zuschusskürzungen und satte Mietkosten auf der anderen Seite: Für Andreas Seidel, Vorsitzender der Jugendmusikschule, geht die Schere im Umgang von Politik und Verwaltung mit der Einrichtung immer weiter auseinander. Seinen Hinweis auf das drohende Aus im Juni 2011 für die JMS (NDZ berichtete) untermauert er jetzt mit Zahlen – Stadt und Landkreis signalisieren unterdessen Gesprächsbereitschaft.


Seidel verweist auf die Lösung, die bis zu den Sommerferien Bestand hatte: Die Musikschule war auf Einladung der Hauptschule in einem Trakt der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule untergekommen. 400 Euro Miete zahlte die JMS an den Kreis, nach Einbau einer Schließanlage schließlich noch 300 Euro. Weil für die wachsende KGS der Trakt benötigt wurde, wurde der Mietvertrag fristgerecht gekündigt – der Musikschule aber angeboten, das Foyer und jeweils freie Räume nutzen zu können. „Natürlich haben wir Verständnis dafür, dass man sich während des Baus der KGS arrangieren muss“, sagt Seidel. Wenig Verständnis zeigt er aber für die Haltung des Kreises, der für die Nutzung von Foyer sowie Räumen in der Astrid-Lindgren-Schule jetzt die Rechnung präsentierte. „Weit über tausend Euro sollen wir zahlen“, sagt Seidel – für die Musikschule, die einen öffentlichen Auftrag wahrnehme, viel zu viel. Gerade von dem Hintergrund, dass in Bad Münder der Zuschuss von 10 000 auf 5000 Euro gekürzt wurde und ganz gestrichen zu werden drohe, außerdem angekündigte Kreiszuschüsse ausblieben, stehe die Einrichtung „mit dem Rücken zur Wand“.

Auf der Einnahmeseite sieht Seidel keinen Spielraum mehr – schon jetzt liege die Kursgebühr zehn Prozent über der anderer Städte. Ausgaben hat die JMS unter anderem für die Vollzeit-Stelle des Musikschulleiters sowie für die 400-Euro-Verträge für eine Reinigungskraft und eine Sekretärin. Rund 400 Schüler nutzen die Angebote der Einrichtung, unter ihnen kursiert bereits die Vermutung, dass die Musikschule „kaputtgespart“ werden soll.

Seidel, selbst Ratsherr der CDU, fordert inzwischen deutliche Positionierungen der Politik. Bürgermeisterin Silvia Nieber reagierte gestern auf die Warnungen der Musikschule und lud gemeinsam mit dem Landkreis den Musikschulvorstand nächste Woche zu einem Gespräch. „Wir müssen Stück für Stück besprechen, welche Möglichkeiten bestehen – und die bestmögliche Lösung für die Musikschule, Lehrer, Kinder und Eltern finden“, so Nieber.

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