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Schweißen, sägen, sprengen – im tiefen, trüben, kalten Wasser

Hameln (roh). Alexander Meyer fischt von Berufs wegen gerne in trüben Gewässern - mehr noch: Der gelernte Fischwirt taucht auch gerne selber ab. Der 33-Jährige hat 2002 seine Ausbildung zum Tauchlehrer abgeschlossen. Ab 2003 hat er beim Technischen Hilfswerk (THW) in Hameln die Tauchgruppe aufgebaut. Heute ist er einer von bundesweit nur drei THW-Tauchausbildern. Und er hat die Lizenz, unter Wasser zu sprengen. In der Regel werden die THW-Taucher einmal pro Jahr in einem einwöchigen Lehrgang am Starnbergersee weitergebildet. Dort betreibt die Bundeswehr einen Tauchstützpunkt, den sie dem THW zur Verfügung stellt. Dann kommen unter Wasser Kettensägen, Bohrmaschinen, Bolzenschussgeräte, Schneidbrenner sowie Spül- und Sauggeräte zum Einsatz.  Zu einem bevorzugten Tauchrevier der Hamelner zählt auch die Okertalsperre. Je nach Wasserstand könne man dort 30 bis 40 Meter tief tauchen. Stockfinster sei es dort bereits nach wenigen Metern, gerade das reize ihn sehr, sagt Meyer. „Wenn man bis auf den Grund taucht, kann man wunderbar in den Ruinen des alten Dorfs Schulenburg stöbern, alte Brücken- und Gebäudereste erahnen.“ An zahlreichen THW-Einsätzen hat Meyer schon teilgenommen, beispielsweise bei Hochwassern. Wenn es einmal eine Deichentlastungssprengung nötig werden sollte, dann könnte es Alexander Meyer sein, der den Auftrag erhält, sich in seinen Tauchanzug zu zwängen, um die Ladung anzubringen. Er ist der einzige THW-Taucher in ganz Norddeutschland, der die dafür notwendige Ausbildung erfolgreich absolviert hat. Aber natürlich hofft er, dass es so weit niemals kommt: „Wir setzen alles daran, dass die Deiche halten.“

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