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Hegering Sünteltal: 359 Wildschweine geschossen – doch die Bejagung soll noch verstärkt werden

Schwarzkittel bereiten Jägern weiter Sorgen

Bad Münder (gho). Wenn es Nacht wird, kommen sie aus ihren Verstecken: die Wildschweine. Auf ihrer Nahrungssuche durchstreifen sie Wälder, Wiesen und Felder, hinterlassen enorme Schäden, verursachen Verkehrsunfälle – und sie vermehren sich rasant.Vermehrungsraten von 332 Prozent beim Schwarzwild vermeldete erst kürzlich die Landesjägerschaft, und auch bei der Versammlung des Hegerings 8 in der Rohmelbad-Gaststätte widmete Hegeringleiter Rainer Klockemann den Schwarzkitteln einen großen Teil seines Berichtes.

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Wegen der hohen Vermehrungsrate ist eine scharfe Bejagung der Wildschweine in den 24 Wald- und Feldrevieren des Hegerings notwendig. Im ausklingenden Jagd-Jahr kamen 359 Stück Schwarzwild (Vorjahr 252) in Deister und Süntel und von Hasperde bis Beber zur Strecke. Es seien aber dennoch zu wenige Frischlinge erlegt worden, bemängelte der Hegeringleiter. Im Herbst und Winter sollten deswegen auf revierübergreifenden Bewegungsjagden die Wildschweine weiter scharf bejagt werden.

Klockemann gab die weiteren Hegering-Abschusszahlen bekannt: Beim Rehwild als häufigste Schalenwildart sei die Strecke mit 343 Stück annähernd gleich geblieben, wovon aber leider 9 Prozent der Rehe auf der Straße oder Schiene getötet wurden. Von den 55 freigegebenen Stücken Rotwild im Deister seien 30 Stück auf dem Gebiet des Hegerings erlegt worden. Die Hirschgeweihe zierten während der Versammlung die Trophäenwand.

Sieben Stück Muffelwild wurden im Süntel geschossen. Weiter standen auf den Abschusslisten 230 Füchse, 40 Dachse, 30 Marder, 14 Waschbären, 130 Stockenten, 130 Ringeltauben, 157 Rabenkrähen und 83 Elstern.

Ein intaktes Verbandsleben spiegelte sich in den Berichten sowohl von Schießobmann Frank Idensen als auch von „Multifunktionär“ Christoph Schröder wider. Idensen forderte die Jäger auf, sich am 25. April um 9 Uhr am Hegeringschießen mit Einschießen der Büchsen auf dem Schießstand Oberg zu beteiligen. Schröders Bläsergruppe hatte sich beim Landeswettbewerb ganz nach vorn gekämpft und erhielt entsprechenden Beifall.

Vor den Trophäenwänden nahm Rainer Klockemann folgende Ehrungen vor: Ehrennadel und Urkunde gab es für Hans-Ludwig Röttger für 25-jährige Mitgliedschaft. Die Bläsernadel in Bronze erhielt Sandra Werhahn, die silberne Bläsernadel bekamen Tanja Sustrate und Christoph Schröder ans Revers. Eine besondere Ehrung hatte Rainer Klockemann für Edgar Fritsch parat: Ihm wurde eine Schwarzwild-Nadel mit Hegering-Ehrenurkunde verliehen.

In seinen Grußworten lobte der stellvertretende Bürgermeister Detlef Olejniczak die Bemühungen der Jäger um einen ausgeglichenen Naturhaushalt, kritisierte aber im Zusammenhang mit der Entsorgung von Unfallwild den „wahnsinnigen Bürokratieaufwand“ der öffentlichen Hand nach der Erhöhung der Jagdsteuer. Auf das gleiche Thema ging auch Jägerschaftsvorsitzender Jürgen Ziegler in seiner Grußadresse ein. Der spannende Vortrag des Alaskakenners Jens Krüger beschloss die gut besuchte Hegeringversammlung.

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