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"Junge Oper" spielt Stück aus "1001 Nacht" / Sonderapplaus für "Kalifin" Kubitschke

Schulforum erinnert an orientalischen Basar

Bückeburg (bus). An eine Mischung aus Opernhaus und orientalischem Basar hat am Dienstag das Forum der Graf-Wilhelm-Schule erinnert. Grund der ungewöhnlichen Konstellation war ein Gastspiel der "Jungen Oper Nordrheinwestfalen und Niedersachsen". Das im Mai 2004 gegründete Ensemble hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder und Jugendliche mit der Welt der Oper vertraut zu machen. In der von zehn Klassen der Herder-Schule (Jahrgangsstufen fünf bis sieben) besuchten Aufführung standen die Erlebnisse des aus der Kalifenzeit stammenden Abu Hassan im Mittelpunkt des Interesses.

Tot oder untot, das ist hier die Frage: Mesrur will herausfinden

Das aus der Feder von Carl Maria von Weber stammende Singspiel (Libretto: Franz Carl Ziemer) basiert auf einer Episode der "Geschichten aus 1001 Nacht" und gilt als eine der Perlen der deutschen Spieloper. "Liebes Weibchen, reiche Wein" beginnt Abu Hassan frohgelaunt ein Duett mit Fatime. Aber anstatt Wein, Konfitüre und Pastetchen gibt's nur eine karge Mahlzeit, Brot und Wasser. Die beiden haben alles Geld leichtsinnig verprasst. Nun will ihnen niemand etwas leihen. Guter Rat ist teuer. Der einzige, der ihnen helfen könnte, ist der reiche Wechsler Omar, bei dem sie allerdings auch schon mächtig in der Kreide stehen. Und Omar fordert von der schönen Fatime Liebe als Gegenleistung. Plötzlich - wie die Oper so spielt - kommt Abu Hassan die rettende Idee: "Wir sterben beide!" Er weiß nämlich, dass das Kalifenpaar, einer Landessitte folgend, Geld für die Begräbniskosten geben wird. Gesagt getan. Jetzt nimmt der Einakter richtig Schwung auf. Als nach allerlei Hin und Her zum Schrecken der quicklebendigen Eheleute Mesrur, der etwas schusselige Vertraute des Landesoberhauptes, herausfinden will, wer von den beiden denn eigentlich gestorben sei, zeichnet sich der Jubelgesang auf das schließlich gnädige und gerechte Herrschaftspaar bereits ab. Im Forum erhielt den größten Applaus allerdings nicht das charmant, witzig und gekonnt agierende Trio der "Jungen Oper" sondern Eva-Maria Wimmers, die die Sänger engagiert hatte, und deren Kollegin Sylke Kubitschke. Die Pädagogin schlüpfte in der Schlussszene in die Rolle der Kalifin und gab als Mitglied des orientalischen Ensembles eine überaus bemerkenswerte Figur ab.

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