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SPD-Ortsverein kritisiert IGS-Politik des Landes / Landkreis-CDU soll Farbe bekennen

"Schule kein Steinbruch des Finanzministers"

Bückeburg (rc). Bildungspolitik darf nicht mehr länger der Steinbruch für Finanzminister Helmut Möllring sein. Nicht die Einsparvorgaben von Bürokraten im Kultusministerium dürfen pädagogische Konzepte bestimmen. Die Anforderungen der Wirtschaft und der Universitäten müssten erfüllt und globale Ausbildungsstandards eingeführt werden, nach denen ein Schulsystem ausgerichtet wird. Diese Forderungen hat der SPD-Ortsverein Bück eburg in einer Pressemitteilung erhoben. Er reagierte damit auf die Diskussion um die Einrichtung der drei neuen Integrierten Gesamtschulen (IGS) im Landkreis als Halbtagsschule und nicht mit verbindlichem Nachmittagsunterricht.

Die Vorgabe der Fünfzügigkeit sei bereits länger bekannt gewesen und stelle eine "erste rechtliche Schikane für die Neugründungen dar", wertete der Ortsvereinsvorsitzende Albert Brüggemann. Nachdem die Schulenihren Antrag aufEinrichtung eines Ganztagsbetriebs (als teilweise offene Ganztagsschule mit gebundenen Ganztagsangebot an drei Tagen) an den Landkreis weitergeleitet hatten, hab das Kultusministerium nun bestätigt, dass nur eine offene IGS genehmigt werde. Bei den Eltern müsse sich der Verdacht einschleichen, dass man ihnen "eine Mogelpackung unterschieben" möchte. "Dies entspricht aber in keiner Weise den Wünschen der Eltern, der Schüler und der Schulen", so die SPD. Es gehe nicht darum, die Kinder nachmittags zu betreuen oder sinnvoll zu beschäftigen; vielmehr solle die IGS eine individuellere Förderung und ein gezielteres Fordern der Schüler ermöglichen, als es die Schulen des dreigliedrigen Systems leisten können. Mit einem vom Unterrichtsgeschehen völlig losgelösten Nachmittagsangebot sei vor allen den Kindern nicht gedient. Somit seien nach der Aufhebung des Errichtungsverbotes so viele Wenn und Aber eingefügt, dass eine IGS für viele Eltern unattraktiv zu werden drohe. "Genau dieses scheinheilige Vorgehen ist aber offensichtlich das Konzept dieser Landesregierung, um die flächendeckende Neugründungen von IGS doch noch zu verhindern." Brüggemann: "Im Landkreis muss jetzt auch die CDU Farbe bekennen und mit allen anderen gesellschaftlichen Gruppen zusammen und parteiübergreifend - wie bei dem Errichtungsbeschluss für die drei IGS - dafür sorgen, dass die Aufhebung des Neugründungsverbotes kein taktisches Manöver im Landtagswahlkampf bleibt."

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