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Gut vorbereitet für Eigenverantwortliche Schule / "Prozess schon lange im Gang"

Schüler und Eltern im Schulvorstand? Für Rintelns Schulleiter kein Problem

Rinteln (la). In der vergangenen Woche hat der Landtag den zweiten Schritt der Schulreform verabschiedet. Ab dem Schuljahr 2007/2008 soll schrittweise die Eigenverantwortliche Schule eingeführt werden. Die Rintelner Schulleiter sehen der Entwicklung gelassen entgegen.

"Wir müssen die Details abwarten. Zurzeit wissen wir noch nicht sehr viel mehr, als in den Zeitungen zu lesen war", sagt Horst Ahlswede von der Grundschule Nord. Vieles sei allerdings schon längst auf den Weg gebracht worden. So zum Beispiel die Stärkung der Position der Schulleiter, die schon jetzt ein Mitspracherecht bei Einstellungen von Lehrern haben. "Es ist der richtige Weg", zeigt Ahlswede seine Bereitschaft, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Das Land bietet dazu auch Qualifizierungsmaßnahmen an, die die Rintelner Schulleiter im kommenden Schuljahr besuchen werden. Mit dem zu gründenden Schulvorstand haben die Leiter der verschiedenen Schulformen bislang noch keine Erfahrungen gemacht. Dieses neue Gremium soll zu 50 Prozent aus Lehrkräften und zu je 25 Prozent aus Elternvertretern und Schülern (an den Grundschulen 50 Prozent Lehrer und 50 Prozent Eltern) bestehen. In der Gesamtkonferenz sollen nur noch Pädagogen vertreten sein, die ausschließlich pädagogische Themen behandeln. "Die Zusammenarbeit mit den Eltern war bislang sehr positiv und ich denke, dass es kein Probleme geben wird. Allerdings werden auch Eltern lernen müssen, mit dieser neuen Verantwortung umzugehen", stellt Ahlswede klar. Der neue Schulvorstand könne einiges sachgerechter und zeitnaher umsetzen und die Schule so handlungsfähiger machen. So sieht das auch Reinhold Lüthen, Leiter des Gymnasiums Ernestinum. Allerdings gehöre zu diesem System auch eine starke Schulaufsicht und die Gleichbehandlung aller Schulen. "Im neuen Schulvorstand ist man auf einen Konsens angewiesen. Konflikte können so vielleicht deutlicher werden", meint Lüthen, sieht aber die Zusammenarbeit mit Eltern und Schülern positiv. Lüthen fordert auch eine weitere Verbesserung des Dienstrechts: "Mit positiven wie negativen Konsequenzen für die Lehrer." "Ich finde diese Entwicklung sehr spannend", sagt Horst Kynast, Leiter der Hildburg-Realschule. Er hat sich den neuen Stand der Ausführungen über die Eigenverantwortliche Schule aus dem Internet ausgedruckt, um sich eingehender damit zu befassen. "Der Aufgabenbereich für Schule und Schulleiter wird immer umfangreicher. Aber dieser Prozess ist bereits seit Jahren im Gange", so Kynast. An der Verantwortung der Schulleiter in Personalfragen würde sich nicht viel ändern. In der engeren Zusammenarbeit mit Eltern und Schülern im Schulvorstand sieht Kynast keine Nachteile: "Wenn die Zusammenarbeit von einem konstruktiven Geist geprägt ist, kann das nur förderlich sein." Bis 2013 soll die zweite Stufe der Schulreform umgesetzt sein, aber die Rintelner Schulleiter haben sich vorgenommen, die Eigenverantwortliche Schule bereits ab dem Schuljahr 2007/2008 einzuführen. Tipps und Informationen können sie dabei von Antje Kronenberg von der Grundschule Krankenhagen und Manfred Asche von der Grundschule Süd erhalten. Beide Schulen nehmen bereits an einem Pilotprojekt zur Eigenverantwortlichen Schule teil, haben einige Qualifizierungsmaßnahmen absolviert und wollen über ihre Erfahrungen demnächst gegenüber unserer Zeitung berichten.

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