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Schritt für Schritt

Der erste Advent rückt immer näher und es wird Zeit, auf den Dachboden zu gehen und die Kisten mit den Weihnachts sachen hervorzuholen. In dem ersten Jahr nach meinem Auszug bei meinen Eltern reichten noch ein einfacher Umschlag und ein kleiner Schuhkarton aus, um die Sterne und Kerzenständer zu verstauen. Doch inzwischen muss ich dreimal die Treppe hochgehen und komme jedes Mal mit einem Umzugskarton wieder.

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Autor:

Astrid Bunselmeyer

In der Adventszeit betrete ich kaum eine Wohnung oder ein Zimmer, das nicht mit besonderem Schmuck auf das bevorstehende Weihnachtsfest hinweist. So nehme ich an, auch Sie haben zumindest einen Umschlag oder einen Schuhkarton, in dem Ihre Schätze aufbewahrt sind. Nicht alles, was sich in den Jahren angesammelt hat, hänge oder stelle ich jedes Jahr auf. Doch auf jeden Fall ist immer die getöpferte Krippe dabei, die ich von einer guten Freundin geschenkt bekommen habe. Allerdings will ich sie in diesem Jahr nicht erst am Heiligabend aufbauen, sondern eine Idee aufgreifen, von der mir im letzten Jahr erzählt wurde: Die drei Könige werde ich auf der Treppe ihre Wanderschaft beginnen lassen und jeden Tag eine Stufe höher stellen. Die Krippe selbst kommt ins Wohnzimmer, doch bis auf den Ochsen wird sie noch niemanden beherbergen. Maria und Josef beginnen ihre Reise vielleicht im Schlafzimmer und werden über den Flur Richtung Wohnzimmer wandern. Die Hirten finden in der Küche Platz, schließlich sind sie am Arbeiten, bis die Engel bei ihnen erscheinen. Die Krippenfiguren sollen mich so auf meiner inneren Wanderschaft hin zum Weihnachtsfest begleiten. Schritt für Schritt, immer näher zum Erscheinen des Lichtes. In den einzelnen Räumen sollen sie mich auch an etwas erinnern: Neben allen anderen Aufgaben und Verrichtungen möchte ich mir in den Adventswochen Zeit dafür nehmen, mich dem Licht Gottes immer mehr zu öffnen, sei es durch Lesen im meditativen Adventskalender oder direkt in der Bibel oder durch stille zehn Minuten. Erst wenn ich diesen innerlichen Schritt gegangen bin, will ich einen Teil der Figuren einen Schritt weiter hin zur Krippe stellen. Mögen auch Sie für sich eine Form finden, sich innerlich auf das Weihnachtsfest einzustimmen, und möge der Schmuck Ihrer Wohnung dafür vielleicht ebenfalls äußerer Ausdruck werden. Ich wünsche Ihnen eine besinnliche und gesegnete Adventszeit. Astrid Bunselmeyer ist Pastorin an St. Nikolai, Rinteln.

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