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KSV verliert 2005 mehr als 400 Mitglieder / Kritik im Eilser Kursaal / "Achtet auf eure Jugendleiter!"

Schmerzhaft: Schützen bluten fürs Zentrum

Bad Eilsen (sig). Mit 7522 Mitgliedern gehört der Kreisschützenverband (KSV) zu den großen Organisationen im Schaumburger Land. Aber er hat im vergangenen Jahr 411 Aktive wie Passive verloren. Dieser starke Rückgang ist ungewöhnlich, aber es gibt plausible Grüne dafür. So ist der SV Hattendorf nach Querelen zum KSV Deister-Süntel-Calenberg gewechselt. Außerdem haben die Vereine offensichtlich ihre Mitgliederlisten bereinigt, um Verbandsabgaben einzusparen.

Peter Davidovic (links) vom SV Röcke ist EDV-Referent und Traine

Dieses Thema schnitt Schützenpräsident Harald Niemann bei der Kreisdelegiertentagung am Sonnabend im Eilser Kursaal an. Er ging dabei auch auf die Mehrkosten für das Bundesleistungszentrum in Hannover ein. Der Niedersächsische Sportschützenverband hatte entschieden, das Defizit durch eine Umlage von vier Euro pro Vereinsmitglied abzudecken, verteilt auf zwei Jahre. Diese Belastung sei vielfach nur zähneknirschend hingenommen worden, berichtete Niemann. Es habe zum Teil heftigen Widerstand gegeben. Am Ende sei die Entscheidung durch die Landesdelegiertenversammlung nur mehrheitlich abgesegnet worden. Schließlich sei aber eine solche moderne Anlage eine Investition in die Zukunft für alle Aktiven, die in dem Bundesleistungszentrum an Ausbildungen und Wettkämpfen teilnehmen. Kritikübte der Schützenpräsident an der mangelhaften Beteiligung beim Kreisschützentreffen in Rinteln. Das müsse am 17. Juni in Wiedenbrügge besser werden. Seine Aufforderung: "Lasst uns das kleinste Schützenfest der Welt zum größten Kreisschützentreffen im KSV Schaumburg machen!" Großes Lob zollte Niemann hingegen dem Landesmusikfest, das die Hagenburger Schützengesellschaft zusammen mit dem Kreismusikleiter Andreas Kleinelsen und der von ihm geleiteten Fachgruppe ausgerichtet hatte. Der Hagenburger Spielmannszug umrahmte auch das Treffen in Bad Eilsen musikalisch. Die Kommunikation zwischen der Führungsebene des Kreisverbandes und den Vereinen geschieht bereits weitgehend elektronisch. 50 der 62 Vereine informieren sich über die Homepage. Die Startseite weist 57 000 Zugriffe auf. Alle Rundschreiben sowie wichtige Protokolle können so Kosten sparend und schnell zugestellt werden. Besonderes Gewicht legt der KSV auf die Jugendarbeit. Vom Jugendkader haben alle Mitglieder die Qualifikation für die Landesmeisterschaften erfolgreich hinter sich gebracht. Die zwölfjährige Patricia Piepjohn aus Rodenberg schaffte den Sprung in den Landeskader. Miriam Wolf aus Hagenburg landete bei den Deutschen Meisterschaften in München einen Platz unter den besten 30. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier lobte den KSV für seine Jugendarbeit und für seine Brauchtumspflege. Viele Orte seien auf ihre Schützenfeste, die alle ihren eigenen Charakter besitzen, zu Recht stolz. In dieselbe Kerbe schlug der stellvertretende Vorsitzende des Kreissportbundes, Karl-Heinz Thum. Besonders imponiert haben ihm die schießsportlichen Leistungen der Biathleten bei der Olympiade. Kreisjugendleiter Ingbert Edler appellierte an die Vereinschefs: "Achtet auf eure Jugendleiter und Betreuer! Sie sichern mit ihrer Arbeit die Zukunft eures Vereins. Der heute 14-Jährige ist vielleicht der künftige Sportleiter." Ergebnis der Ergänzungswahlen für das Präsidium: Vizepräsident Ewald Stemme (Kathrinhagen), Kreisschatzmeister Gerhard Weihrauch (Hülshagen), Vizepräsident (Bereich Sport) Reinhard Zimmer (Scheie), Kreisschriftführer Reinhard Streeck (Bückeburg), stellvertretender Kreismusikleiter Thomas Kleine (Münchehagen), stellvertretender Kreisschatzmeister (Bereich Sport) Friedrich Wilharm (Hobbensen), Regionsbeisitzer Nils Eggert (Luhden). Als Kreisdamenleiterin bestätigt wurde Christa Schmöe (Bückeburg).

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